Corona-Matching-Fazilität für Start-ups

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veröffentlicht am 20. Mai 2020 | Lesedauer ca. 1,5 Minuten

  

​Am 1. April 2020 kündigte die Bundesregierung ein 2 Mrd. Euro-Maßnahmenpaket für Start-ups an mit dem Ziel deutsche Start-ups möglichst schnell und effizient mit Liquidität zu versorgen. Wir berichteten dazu bereits in unserem Beitrag „Start-ups leiden besonders unter der Corona-Krise: Diese Hilfsprogramme gibt es“. Nach sukzessiven Meldungen, insbesondere der Pressmitteilung des Bundesministeriums für Finanzen vom 30. April 2020 und der Veröffentlichung der KfW Capital vom 14. Mai 2020, herrscht nun Klarheit über einen Teil der Maßnahme. Das Hilfspaket für Start-ups besteht aus 2 Säulen. Säule 1 unterstützt Start-ups die bereits über Wagniskapital finanziert sind oder diese Finanzierungsart anstreben. Säule 2 soll Start-ups und kleinere Mittelständler unterstützen, die keinen Zugriff auf Säule 1 haben.

  

  

 

Säule 1: Corona-Matching-Fazilität

Die sog. Corona-Matching-Fazilität stellt Wagniskapitalfonds (VC-Fonds) zusätzliche öffentliche Mittel zur Verfügung, damit diese weiterhin Finanzierungsrunden von Start-ups begleiten. Die öffentlichen Mittel werden über die KfW Capital und den Europäischen Investitionsfonds (EIF) bereitgestellt.
 

Die Anträge für das Hilfspaket müssen die VC-Fonds direkt bei der KfW Capital stellen. Antragsberechtig sind lediglich private akkreditierte VC-Fonds mit Deutschlandportfolio, die eine Prüfung durch die KfW Capital durchlaufen haben. Die Investitionen können dabei sowohl bestehende Portfoliounternehmen als auch Neuinvestitionen betreffen. Die Finanzierungshilfe soll Start-ups unterstützen, die während der Corona-Krise Finanzierungsbedarf haben, zum 31. Dezember 2019 noch nicht in Schwierigkeiten waren und einen starken Deutschlandbezug haben.
 

Ferner gilt die Andienungspflicht für VC-Fonds. Das bedeutet, dass der VC-Fonds sich mit dem Matching Antrag dazu verpflichtet, alle seine im Bestand befindlichen Investitionen bis zum 31. Dezember 2020  zum Matching mit öffentlichen Mitteln anzubieten. Entscheidet sich ein VC-Fonds außerdem, seine neuen Investitionen matchen zu lassen, gilt diese Regelung auch hier. Das gewählte Matchingverhältnis gilt dann für alle neuen Investitionen bis zum 31. Dezember 2020.
 

Das Bereitstellen von öffentlichen Mitteln (Matching) ist auf 50 Prozent des Investitionsvolumens der gesamten Finanzierungsrunde beschränkt. Die Matching-Quote kann jedoch pro separatem Investment auf bis zu 70 Prozent erhöht werden, solange die Matching-Quote für Neuinvestitionen die Bestandsinvestments nicht überschreitet und der Anteil der öffentlichen Mittel an einer Finanzierungsrunde nicht mehr als 50 Prozent ausmacht. 
 

Das Matching mit öffentlichen Mitteln erfolgt zu den gleichen Konditionen. Dabei wählen die privaten VC-Fonds das passende Finanzierungsinstrument (Eigenkapital oder eigenkapitalähnliche Instrumente) und bestimmen Form und Zeitpunkt des Exits. Die öffentlichen Mittel werden treuhänderisch über die privaten Investoren gehalten.   
 

Die Maßnahme der Bundesregierung gilt (Stand: 19. Mai 2020) bis zum 31. Dezember 2020 und kann auch rückwirkend bis zum 2. April 2020 beantragt werden. 
 

Säule 2: für Start-ups und kleine Mittelständler

Säule 2 soll Finanzierungsmöglichkeiten für Start-ups und kleine Mittelständler bieten, die keinen Zugang zur Säule 1 haben. Die Fördermaßnahmen aus Säule 2 sollen voraussichtlich über die Landesförderbanken erfolgen. Zum jetzigen Zeitpunkt (Stand: 19. Mai 2020) sind noch keine weiteren Details zur Säule 2 bekannt.

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