Steueroptimale Rechtsformwahl – Was Unternehmen beachten müssen

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zuletzt aktualisiert am 7. August 2018
 
Bei einer „steueroptimalen Rechtsformwahl” denkt man aktuell meist automatisch an fragwürdige Gestaltungen internationaler Konzerne. Allerdings lässt sich gerade bei Auslandsinvestitionen die Gesamtsteuerbelastung ganz legal durch die gewählte Rechtsform beeinflussen. Dafür ist es notwendig, im Vorfeld das Zusammenspiel der beiden relevanten Rechtsordnungen zu vergleichen.
 
    
Der Ursprung jeglicher unternehmerischen Tätigkeit ist zwangsläufig mit der Wahl der richtigen Rechtsform verbunden. Die Frage der optimalen Rechtsform stellt sich jedoch ebenfalls für bestehende Unternehmen aufgrund sich verändernder steuerlicher Rahmenbedingungen oder Expansionen ins Ausland durch Neuinvestitionen. Wie die Übersicht in Tabelle 1 zeigt, sind bei einer Strukurierung vielseitige steuerliche Herausforderungen zu beachten.
      

Tabelle 1: Steuerliche Herausforderungen und mögliche Handlungsalternativen

  

 

Die steuerlichen Parameter sind hierbei gründlich zu untersuchen und auszuwählen. Nur so gelingt es, die internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen zu erhalten.

 

Optimale Rechtsformen für den Mittelstand

Gesellschaftsrechtlich existiert eine Vielzahl von Rechtformen. Steuerrechtlich lassen sich in Deutschland 3 identifizieren: Körperschaft (typischerweise Kapitalgesellschaften), Personengesellschaft und Betriebsstätte. In der Praxis ist festzustellen, dass v.a. mittelständische sowie inhabergeführte Unternehmensgruppen die Obergesellschaft in der Rechtsform einer Personengesellschaft gewählt haben. Dabei hilft die GmbH & Co. KG, um eine persönlich unbeschränkte Haftung von natürlichen Personen zu vermeiden. Das bei dieser Rechtsform geltende Transparenzprinz ermöglicht, dass der Gewinn der Personengesellschaft den Gesellschaftern anteilig zugerechnet und von ihnen versteuert wird.
 

Investitionen im Ausland

Besteht in Deutschland eine transparente Besteuerungskonzeption, so kann für eine anstehende Auslands­investition die Strukturierung über eine ausländische Personengesellschaft oder eine Betriebsstätte vorteilhaft sein. Besteht zwischen dem ausländischen Staat und Deutschland ein sogenanntes Doppelbesteuerungs­abkommen (DBA), werden die im Ausland erzielten Gewinne als Folge der transparenten Besteuerung grundsätzlich als Betriebsstättengewinne im Sinne des Abkommens behandelt. Unter bestimmten abkommensrechtlichen Voraussetzung kann regelmäßig eine Freistellung der Betriebsstättengewinne in Deutschland erreicht werden. Eine pauschale Empfehlung in welcher Rechtsform Familienunternehmen agieren bzw. ihr Auslandsengagement begründen sollen, kann hierbei nicht ausgesprochen werden. Das hängt im Wesentlich von der tatsächlich ausgeübten Tätigkeit und den im In- und Ausland bestehenden Strukturen ab.
 

Fazit

Die Wahl der optimalen Rechtsform beeinflusst maßgeblich die Gesamtsteuerbelastung und damit den unternehmerischen Erfolg. Unternehmen sind daher gut beraten, sich im Vorfeld einer Investition mit bestehenden Strukturierungsmöglichkeiten auseinanderzusetzen. Welche Unternehmensstruktur im Einzelfall zum besten Ergebnis führt, muss mithilfe einer individuellen Beratung unter Berücksichtigung der Rechts­ordnungen aller beteiligter Staaten entschieden werden.
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