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Der Weg zum Start-up – Kooperation, Corporate Venture Fonds oder persönlich als Business Angel

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veröffentlicht am 14. Oktober 2020 | Lesedauer ca. 3 Minuten
 

Die Zusammenarbeit mit Start-ups wird seit Jahren als essenziell für den künftigen Erfolg etablierter Unternehmen gepriesen. Die empfohlenen Erfolgsrezepte reichen von kostenintensiv aufgebauten Akzeleratoren, millionenschweren CVC-Fonds bis hin zu ersten vorsichtigen Besuchen auf Start-up-Events oder dem eher persönlichen Engagement als Business Angel. Wie kann man sich als Industrieunternehmen gut auf eine Zusammenarbeit mit hochinnovativen und wachstumsorientierten Start-ups vorbereiten?

 Dr. Carsten Rudolph (CEO BayStartUP)

Mit BayStartUP leitet Dr. Carsten Rudolph die zentrale Institution für Unternehmens­gründung und Finanzierung in Bayern und ist Partner für Start-ups, Investoren und Industrie. Dr. Rudolph verfügt über langjährige Erfahrungen in Start-ups und Tech-Unternehmen, seine beruflichen Stationen waren Unternehmen wie Microsoft, McKinsey & Co., die Siemens AG, das netzwerk nordbayern sowie ein Start-up im e-Health Umfeld. An der TU Berlin studierte und promovierte er in Elektrotechnik. Und lehrt seit 2019 als Professor für Entrepreneurship an der TH Nürnberg.
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Die Aktivitäten der etablierten Unternehmen sind auch an den Start-ups nicht spurlos vorübergegangen. Sie lernen zunehmend, Angebote sehr zielgenau in Anspruch zu nehmen und ihre Bedürfnisse zu kommunizieren. Die sehr gut aufgestellten Start-ups haben beim Erstkontakt mit etablierten Unternehmen i.d.R. eine klare Vorstellung davon, warum sie den Kontakt suchen. Das kann ein Investment für weiteres Wachstum sein, der Aufbau einer Kunden- oder Lieferantenbeziehung, eine Entwicklungspartnerschaft oder eine Vertriebskooperation.

 
Vor diesem Hintergrund sollten sich etablierte Unternehmen zunächst klar werden, was mit der Start-up-Zusammenarbeit erreicht werden soll. Geht es um eine unmittelbare Problemlösung für das Kerngeschäft oder die Entwicklung von Zukunftsthemen in zwei bis drei Jahren? Oder gar die Entdeckung von „Out of the Box”-Geschäftsideen, die vielleicht langfristig das eigene Geschäft ergänzen bzw. ersetzen sollen?

 
Im nächsten Schritt ist es wichtig, sich über die Art und Weise der Zusammenarbeit bewusst zu werden. Gute Kooperationen erfordern nicht unbedingt eine gesellschaftsrechtliche Verflechtung, oft sind sie sogar hinderlich und verzögern den Prozess des Zusammenkommens. Auch, wenn es das Interesse des etablierten Unternehmens ist, das Start-up durch eine Beteiligung enger zu binden, so läuft das oft dem Start-up-Interesse einer möglichst freien Marktbearbeitung entgegen. Wenn das sogar einer Wertsteigerung des Unternehmens zuwiderläuft, ist ein Nutzen kaum gegeben.

 
Für eine Kooperation oder Kundenbeziehung muss man sich bewusst sein, dass ein Start-up selten über gute unternehmerische Prozesse oder eine solide finanzielle Basis verfügt. Das sollte jedoch kein Hindernis für eine Zusammenarbeit sein  –  notfalls müssen gemeinsam mit dem Start-up individuelle Lösungen gefunden werden. Im besten Fall werden vorab Regelungen in Abstimmung mit dem eigenen Einkauf geschaffen, um später Zeit zu sparen. Kooperationsbudgets, die auch ohne einen unmittelbaren „Anspruch“ auf ROI eingesetzt werden können, sind an dieser Stelle ebenfalls hilfreich.

 
Dennoch sind gerade bei Themen, bei denen die Interessen von Start-up und etabliertem Unternehmen in einer gleich gerichteten Marktbearbeitung liegen, Beteiligungen sehr interessant. So kann das etablierte Unter­nehmen nicht nur durch die geschäftliche Entwicklung profitieren, sondern partizipiert gleichzeitig an der Wertsteigerung des Start-ups. Für die Art und Weise des Investments gibt es verschiedene Möglichkeiten, die sich bewährt haben und je nach Interesse verfolgt werden können. Neben einem Investment aus der Bilanz können das die Auslagerung in eine Tochtergesellschaft oder auch das Bereitstellen eines eigenen Fonds sein, was sich aber erst bei größeren Volumina empfiehlt.

 
Bei inhabergeführten Unternehmen ist auch ein privates Engagement als Business Angel oder als Family Office interessant. Business Angel Investments beinhalten neben einem finanziellen Engagement auch die  –  gerade von jungen Gründern oft gewünschte  –  unternehmerische Unterstützung von einem erfahrenen Partner. Business Angels bauen sich oft ein kleines Portfolio an Start-ups auf und können so auch thematisch diversifizieren, was Einblicke in andere Branchen ermöglicht und eine Streuung des Investments erlaubt. Die Bundesregierung honoriert zudem Investments in innovative Branchen mit dem sog. INVEST Zuschuss für Business Angels.

 
Bleibt „nur“ noch das Finden des passenden Start-ups. Es ist empfehlenswert, sich auf die Erfahrung von Netzwerken abzustützen, die eine gewissen Vorfilterung der Start-ups kompetent erledigen können. Andernfalls kann viel Zeit auf der Strecke bleiben.

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