Spanien: Solar-FIT und Strommarkt

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Spanien hat nach der wirtschaftlichen Krise, die auch durch das abrupte Ende der Förderung der Erneuerbaren Energien hervorgerufen wurde, die Wende geschafft. Wirtschaftlich geht es bergauf und neue EE-Anlagen sind nicht mehr auf staatliche Unterstützung angewiesen. Ein Überblick. 

Als im Jahre 2012 das Ende der Förderung von EE-Anlagen in Spanien erklärt wurde und dann auch noch die rückwirkende Kürzung der gesetzlich versprochenen FIT in 2013 erklärt wurde, hätte wohl niemand damit gerechnet, dass nur 4 Jahre später Spanien erneut auf dem EE-Markt als hochinteressantes Land erscheint. Zu groß waren die laufenden Verluste, die die teilweise viel zu teuer geplanten und gebauten Anlagen produzierten und die zu einigen Abschreibungen bei Betreibern und Finanzinstituten geführt haben. Die Bestandsanlagen erhalten weiterhin eine Förderung aus dem spanischen Strommarkt, die aber nach dem geltenden Gesetz RD 413/2014 zum 1. Januar 2020 deutlich absinken kann. Der Gesetzgeber hatte bei der Erlassung des genannten Gesetzes vorgesehen, dass die Förderung (die ja schon einmal deutlich gesenkt wurde, s.o.) abhängig von der Entwicklung der 10-Jahres-Bonds des spanischen Staates alle 6 Jahre angepasst wird. Die erste 6-Jahresperiode endet am 31. Dezember 2019 und nun sind bange Blicke auf die Entscheidung des Energieministers gerichtet. An sich finanziert sich der Strommarkt selber und ist auch leicht profitabel, also weit entfernt von dem Tarifdefizit aus 2012 in Höhe von von 28 Milliarden Euro, das zu den angesprochenen Kürzungen geführt hatte. Andererseits laufen Schiedsgerichtsklagen gegen Spanien in Höhe von geschätzten 7,5 Milliarden Euro, die vom Strommarkt zu tragen wären und eine Reduzierung des Strompreises – zulasten der EE-Betreiber – wäre auch politisch für die angeschlagene Regierung von Mariano Rajoy nicht zu verachten. Das Gesetz verspricht eine vernünftige Rentabilität, die zurzeit bei 7,5 Prozent liegt, 300 Basispunkte über den spanischen 10-Jahres-Bonds aus dem Jahre 2012. Wenn diese Bonds nun bei 1,5 Prozent oder darunter liegen, kann man sich die Auswirkung einer möglichen Förderreduzierung in 2020 einfach ausrechnen. Es bleibt abzuwarten, ob das Industrieministerium die Möglichkeiten, die das Gesetz gibt, voll ausschöpft.

 

Diese möglichen Kürzungen betreffen aber natürlich nur Anlagen, die irgendeine Art von Förderung vom Strommarkt erhalten.

 

Nur vom Spotmarkt und den Entwicklungen der PPAs abhängig sind die nun neu geplanten Groß-PV-Anlagen und Windparks. Die spanische Regierung hatte in 2017 zwei systemneutrale Versteigerungen über mehr als 5 GW veranstaltet, wobei den Zuschlag nur diejenigen Anlagen erhielten, die auf eine Förderung bei den derzeitigen Spotmarktpreisen verzichteten. Es wurde ein Floor garantiert (ca. 38 Euro/MWh), der jedoch in 2020 angepasst werden kann, also auch nach unten. Entsprechend werden die Versteigerungen im Markt auch sehr unterschiedlich beurteilt und zahlreiche Projetentwickler und Investoren haben erst gar nicht an den Versteigerungen teilgenommen.

 

So wie Baywa, die gerade einen 15-jährigen PPA mit dem norwegischen Versorger Statkraft abgeschlossen hat, für die Abnahme des erzeugten Stroms eines 170 MW großen PV-Parks südlich von Sevilla, der Ende des Jahres bereits ans Netz gehen soll. Über die wirtschaftlichen Konditionen wurde wie im Markt üblich Stillschweigen vereinbart, aber die lange Laufzeit und die Unsicherheit über die Entwicklung der Spotpreise in den europäischen Strommärkten lässt vermuten, dass der PPA-Preis auch zumindest teilweise an den Spotmarkt gekoppelt ist. Üblich sind dabei Vereinbarungen über einen Floor und Roof bei den Preisen, zusammen mit einem Prozent-Abschlag vom jeweiligen Spotmarktpreis. Es bleibt abzuwarten, ob dieses Geschäftsmodell langfristig Erfolg haben wird. Für die Umwelt und die spanische Wirtschaft ist es zu hoffen.

 

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