Droht in Spanien eine neue Blase der Erneuerbaren Energien? Gesetzentwürfe zur Regelung der Vergabe der Einspeisepunkte.

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veröffentlicht am 7. November 2019

 

In Spanien droht nach Pressemitteilungen eine erneute Blase bei den Erneuerbaren Energien. Es wurden Anträge auf die Erteilung von Netzanschlusspunkten in Höhe von 163 GW gestellt.

 

Konkret wurden bis September 2019 Anschlusspunkte an das Übertragungsnetz in Höhe von 66,4 GW für Wind und Solar erteilt. Im Vergleich dazu, waren am 31.7.2019 nur 28,9 GW Wind und Solarkraftwerke angeschlossen. Interessant ist auch, dass nur im Juli 2019 Anträge zum Netzanschluss in Höhe von 18GW bei den Netzbetreibern eingegangen sind, so dass die Anträge zum September insgesamt 66,5 GW betrugen. Alle diese Daten wurden von Red Electrica de España, SA (REE) veröffentlicht. Dazu kommen noch weitere 30,3 GW an abgelehnten Anträgen durch die Netzbetreiber, da die Anschlusspunkte oder Netze die beantragten Kapazitäten nicht leisten konnten. Alles in Allem wollen die oben genannten 163 GW Erneuerbaren Energien in den spanischen Markt eintreten.


Man muss kein Hellseher sein, um dabei eine gewisse Überhitzung des Marktes zu sehen. Man fragt sich natürlich, wie es dazu kommen kann, dass teilweise höchst durchschnittliche Projektentwickler Pipelines von mehreren 100 MW Anschlusspunkten beantragen konnten, wenn pro kw eine Bankbürgschaft in Höhe von 40€ gelegt werden musste. Bei einem Projekt von 50MW kommen dann schnell 2Mio€ Bankbürgschaft zusammen. Versicherungen hatten einen Markt für sich entdeckt und bieten Ausfallversicherungen als Ersatz für Bankbürgschaften an, wobei teilweise durch Zweigniederlassungen von osteuropäischen Versicherungen Bürgschaften in Millionenhöhe vergeben werden. Der Schuldner ist zumeist eine 3.000€ Kapital SPV und häufig haftet nicht einmal die Mutter gesamtschuldnerisch mit. Man kann sich gut vorstellen, was passiert, wenn irgendwann mal diese Projekte nicht ans Netz angeschlossen werden und der

spanische Staat die Bürgschaften zieht.

 

Die Regulierungsbehörde CNMC hat das Problem schon seit längerer Zeit auf dem Radar, aber wegen des Machtvakuums seit einigen Jahren in Spanien, wurde außer einigen Gesetzesentwürfen und Entwürfen zu Verwaltungsvorschriften keine Maßnahmen ergriffen. In dem im Juli 2018 veröffentlichten Entwurfes eines Circulars der CNMC wurden einige Ideen aufgegriffen, wie man der Flut der Anträge Herr werden könnte, aber -wie gesagt- ohne eine funktionierend Regierung bleibt es leider bei Entwürfen.

 

Eine andere Frage ist die Auswirkung des massiven Ausbaus der Erneuerbaren Energien auf den iberischen Elektrizitätsmarkt. Spanien hat sich zwar für 2050 das Ziel gesetzt, 100% des benötigen Stroms aus Erneuerbaren Quellen zu produzieren, und dann sind die jetzigen Ausbauzahlen natürlich geeignet, das Ziel zu erreichen, aber ob die Netzsicherheit dem Ausbau standhält und was der Kannibalisierungseffekt mit den Strompreisen macht, steht auf einer anderen Karte.

 

Die REE und OMIE (Marktoperator) werden nicht müde zu betonen, dass das Netz sicher sei und sich die Preise aufgrund der höheren Nachfrage einpendeln werden. Lassen wir uns überraschen.

 

Sicher dürfte aber sein, dass die derzeit geforderten Preise für Projektrechte von PV und Windanlagen in den nächsten Monaten aufgrund des höheren Angebotes sinken werden. Lauf Pressemitteilungen sind auch zahlreiche Anlagen, die in 2017 einen Zuschlag in den Versteigerungen erhielten, nicht zum Ende 2019 (bzw. März 2020) Betriebsbereit. Falls es nicht zu einer Verlängerung der Fristen durch das zuständige Ministerium kommt, wird die weitere Durchführung der Projekte interessant werden, da bei Wegfall des garantierten Abnahmepreises wohl manche Fremdfinanzierungen platzen könnten. Möglicherweise werden dort einige Wind und PV-Projekte noch den Eigentümer wechseln.

 

 

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