Erste Wasserstoffauktion unter dem Innovation Fund startet am 23.11.2023

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veröffentlicht am 28. November 2023

Nachdem die erste Auktionsrunde im Rahmen von H2Global auf den Import von Wasserstoff außerhalb der EU bzw. des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) abgezielt hatte, startet nun die von der European Hydrogen Bank initiierte und unter dem Innovation Fund finanzierte und umgesetzte Auktionsrunde (IF23Auction) für Wasserstofferzeugungsprojekte, die im Gebiet des EWR angesiedelt sind. Gefördert wird die Produktion von grünem Wasserstoff im Rahmen von festen Prämienzahlungen.

 
Mit der Veröffentlichung der Terms and Conditions am 30. August 2023 hat die Europäische Kommission den Startschuss zur Einführung angebotsseitiger Auktionen gegeben, bei denen Wasserstoffproduzenten in der EU feste Prämienzahlungen zugewiesen werden. Diese bilden den sogenannten „domestic leg“ der European Hydrogen Bank ab. Dieser soll zukünftig um einen „international leg“ zur Sicherstellung diversifizierter Einfuhren von Wasserstoff bzw. dessen Derivaten von außerhalb der EU ergänzt werden. 

Zielsetzung

Zielsetzung der IF23Auction ist die Unterstützung des Ausbaus der heimischen Wasserstoffproduktion in der Europäischen Union. Dafür bereitgestellt wurden insgesamt 800 Mio. EUR für Prämienzahlungen als Eurobetrag je erzeugtem Kilogramm Wasserstoff. 

Fördergegenstand ist grüner Wasserstoff welcher als „RFNBO Wasserstoff“ (renewable fuel of non-biological origin – RFNBO) klassifiziert ist. Dieser muss im Einklang mit den Anforderungen der Richtlinie (EU) 2018/2001 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. Dezember 2018 zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen (Neufassung) sowie der Delegierten Verordnungen C(2023) 1086 und C(2023) 1087 in ihren finalen Fassungen stehen.

Angebotskomponenten und Verfahren

Für eine Bewerbung um einen Anteil an dem 800 Mio. EUR Budget sind die folgenden Komponenten Bestandteil des Angebots:

  1. Feste Prämie ("Angebotspreis") in EUR/kg RFNBO-Wasserstoff (Grundlage für die Rangfolge der Angebote), ausgedrückt mit zwei Stellen nach dem Komma. 
  2. Erwartetes durchschnittliches jährliches Volumen der RFNBO-Wasserstoffproduktion in kg pro Jahr über einen Produktionszeitraum von 10 Jahren.
  3. Die neue Elektrolyseur-Kapazität in MWe, die zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme installiert und nachweislich betriebsbereit sein wird. 

Die technische Mindestanforderung als Fördervoraussetzung beträgt mind. 5 MWe neu installierter Elektrolyseur-Kapazität. Diese muss sich an einem einzigen Standort befinden; eine virtuelle Zusammenlegung von Kapazitäten ist nicht zulässig. Weiterhin muss der zu fördernde Wasserstoff mit neuen Erzeugungskapazitäten hergestellt werden (d.h. Kapazitäten mit deren Bau zum Zeitpunkt der Antragstellung noch nicht begonnen wurde).

Die Förderung erfolgt dann im Erfolgsfall über eine feste Prämie welchem dem Angebotspreis entspricht und wird zzgl. der Markterlöse für einen Zeitraum von bis zu 10 Jahren (ab Inbetriebnahme) gewährt.

Der in der ersten Auktionsrunde zulässige Höchstpreis wurde auf 4,50 €/kg produzierten Wasserstoff festgelegt. Eine Überprüfung des Höchstpreises ist für spätere Auktionsrunden vorgesehen. Um eine Konzentration der Förderung auf einzelne große Produzenten zu vermeiden, wurde ein Förderhöchstbetrag für ein individuelles Projekt von maximal ein Drittel der zur Verfügung stehenden Mittel festgelegt. Dieser beträgt damit in der geplanten Runde 266,7 Mio. EUR. Demnach müssen Angebote für rechtlich getrennte Projekte an unterschiedlichen Standorten mit eigener Kosten- und Erlösstruktur eingereicht werden.

Infrastrukturkosten für den Transport von Wasserstoff können in den Angebotspreis mit einbezogen werden, es erfolgt allerdings keine Berücksichtigung beim Vergleich mit Angebotspreisen welche aufgrund der Projektkonzeption keine Transportkosten einzuplanen haben.

Eine weitere Anforderung wurde bezüglich der Absatzsicherung in die Auktionsbedingungen aufgenommen. Damit muss für mindestens 60 % des Wasserstoffproduktionsvolumens während des Durchführungszeitraums des Projekts – und damit über einen kalkulatorischen Zeitraum von 10 Jahren – MoU, LoL oder ähnliche Formen von vorvertraglichen Dokumenten mit einem oder auch mehreren Abnehmern vorgelegt werden. Zulässig ist jedoch auch die direkte Abnahme des produzierten Wasserstoffs durch den Produzenten (self-consumption). Beispielhaft genannt wird hierbei die Möglichkeit einer Wasserstoffabnahme und anschließender Weiterverarbeitung zu Ammoniak.

Geplanter Schlusstermin der ersten Auktionsrunde ist der 08. Februar 2024.

Mit den erfolgreichen Projekten werden Förderverträge (grant agreements) mit der European Climate, Infastructure and Environment Executive Agency (CINEA) als Durchführungsbehörde für da Auktionsmodell geschlossen. Vor Vertragsschluss ist eine Fertigstellungsgarantie in Höhe von 4 % des Höchstbetrags der Finanzhilfe für den Fall einer nicht rechtzeitig erfolgten Inbetriebnahme zu hinterlegen. Die maximal zulässige Dauer bis zur Inbetriebnahme beträgt fünf Jahre ab Unterzeichnung der Finanzhilfevereinbarung. 
Dieser Auktionsmechanismus dürfte beispielsweise für bereits projektierte PV-Projekte in Spanien, welche bislang aufgrund fehlender Netzanschlüsse nicht realisiert worden sind, von besonderem Interesse sein.

Ranking der Angebote

Sofern die angebotenen Wasserstoffmengen bzw. entsprechenden Preise das verfügbare Budget überschreiten, erfolgt ein Ranking der Angebote entsprechend des folgenden Schemas:

  1. Angebotspreis
  2. Bei identischem Angebotspreis werden Projekte mit geringerer Produktionsvolumen priorisiert
  3. Sollte dies noch nicht ausreichend sein, werden Projekt aus Ländern, welche bislang geringere Mittel aus dem Innovation Fund erhalten haben, priorisiert
  4. Letztes Kriterium stellt der Zeitpunkt der Inbetriebnahme dar, d.h. Projekte mit einem früheren Inbetriebnahmezeitpunkt werden priorisiert.

Weitere Ausschreibungsdetails werden mit dem geplanten Start des Verfahrens zum 23. November 2023 verfügbar sein.

Auktionen als Dienstleistung

Nach derzeitigen Planungen wird das im Rahmen der IF23Auction entwickelte Auktionsmodell zukünftig Ländern innerhalb des EWR für Ausschreibungen im ihrem jeweiligen Hoheitsgebiet und finanziert mit nationalen Haushaltsmitteln zur Verfügung stehen – Auctions-as-a-Service (AaaS).

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