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Erfolgreich investieren in Malaysia

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zuletzt aktualisiert am 27. Mai 2020 | Lesedauer ca. 2 Minuten

von Michael Wekezer


 

 

Wie schätzen Sie die derzeitige wirtschaftliche Lage in Malaysia ein?

Malaysia verzeichnet seit den 90er Jahren ein beeindruckendes Wachstum. In den letzten Jahren hat sich jedoch gezeigt, dass Wachstumsraten um rund 7 Prozent auf Dauer nicht zu halten sind. Eine realistische Zielgröße für die malaysische Wirtschaft sind mittlerweile weiterhin sehr hohe 4 bis 5 Prozent pro Jahr [1]. Das zeugt davon, dass sich das Land mittlerweile zu einer ernstzunehmenden wirtschaftlichen Größe entwickelt hat. Zusammen mit Singapur, Thailand und Indonesien ist Malaysia Führungsmacht im ASEAN-Raum.

Neben der Erdöl- und Palmöl-Produktion verfügt Malaysia über einen gut etablierten Industriesektor, bspw. in den Bereichen Elektrotechnik, Pharma oder Telekommunikation. Dabei profitiert das Land nicht nur von seiner Wettbewerbsfähigkeit auf dem internationalen Markt, sondern auch von einer starken Binnennachfrage.

 

Wie würden Sie das Investitionsklima in Malaysia beschreiben? Welche Branchen bergen großes Potenzial?

Die Regierung bemüht sich sehr um neue und bereits bestehende Investoren. Für beinahe jede Wachstumsbranche wurde ein eigenes Anreizpaket ausgearbeitet. Die gewährten Erleichterungen sind dabei i.d.R. großzügig – so bspw. ein auf fünf Jahre garantierter Steuersatz von nur 10 Prozent unter dem „Principal Hub 2.0”-Programm [2]. Im Westen weitestgehend unbekannt, verfügt Malaysia über zwei lokale Autohersteller, die schon seit einiger Zeit wettbewerbsfähige Produkte entwickeln. Unter dem „New National Car Project” (NNCP) soll ein dritter Autohersteller entstehen [3]. Im Automobilbereich soll somit dem Nachbarn Thailand Konkurrenz gemacht werden.

Zum allgemeinen Investitionsklima trägt auch eine zuverlässige Verwaltung sowie ein wirtschaftlich-liberales „Common Law System” bei. Besonders profitiert hat davon in der Vergangenheit der Bausektor. Bei einem jüngst veröffentlichen Ranking der Welt Bank nahm Malaysia für seinen Umgang mit Baugenehmigungen einen Platz in der internationalen Spitzengruppe ein [4]. So werden viele Genehmigungsverfahren gebündelt und von lediglich einer zuständigen Stelle erteilt.

 

Welchen Herausforderungen steht ein deutscher Unternehmer beim Engagement in Malaysia gegenüber?

Malaysia bietet einem potenziellen Investor anlagefreundliche und nicht überregulierte gesetzliche Rahmenbedingungen. In jüngster Zeit ist jedoch ein verstärkter Trend zur Förderung von lokalen Unternehmen und Arbeitskräften zu erkennen. Investoren müssen daher ggf. damit rechnen, dass lokalen Anbietern (noch) bessere Anreize zugesprochen werden. Beihilfeverbote und Gleichbehandlungsgebote, wie man sie für den europäischen Binnenmarkt kennt, gibt es im ASEAN-Raum nicht [5]. Zudem bedarf der Umgang mit dem „Common Law System” eine kompetente Beratung.

Malaysia kann auch im interkulturellen Bereich anspruchsvoll sein: die einzelnen Bevölkerungsgruppen folgen eigenen Gepflogenheiten und es kommt zu vglw. wenig Kontakt zwischen den Gruppen. Das gilt für die malaiisch-muslimische Mehrheit, aber auch für die ethnisch chinesischen und indischen Minderheiten. Die Dreiteilung spiegelt sich auch in vielen Unternehmen.

 

Wie entwickelt sich der Markt für Erneuerbare Energien in Malaysia?

Der ASEAN-Raum hat einen großen Nachholbedarf bei Erneuerbaren Energien. So ist Südostasien eine der wenigen Region der Welt, in denen der Kohleanteil am Energiemix wächst [6]. Das bedeutet jedoch nicht, dass es nicht zahlreiche Bemühungen gibt, die Energieerzeugung nachhaltiger zu gestalten. Durch die rasant wachsende Wirtschaft und die hohe Nachfrage nach Klimaanlagen steigt der Energiebedarf jedoch stetig an.

Malaysia hat zahlreiche Förderprogramme eingeführt, um seinen Beitrag zum ASEAN-Ziel von 23 Prozent Anteil an Erneuerbaren Energien am Strommix zu leisten [7]. So genießen bspw. Unternehmen, die ihren Kunden das Leasing von Solarpanelen anbieten, eine 70 prozentige Steuerfreistellung für bis zu zehn Jahre [8]. Das und zahlreiche andere Maßnahmen haben Malaysia zum drittgrößten Hersteller von Solarpanelen werden lassen [9].
 

Wie wird sich aus Ihrer Sicht Malaysia weiterentwickeln?

Das Land ist ein hervorragendes Beispiel für den Wandel vom Ölexporteur zum Industrie- und Dienstleistungszentrum. Die Weltbank sagt voraus, dass Malaysia bis zum Jahr 2024 den Schritt von einer Wirtschaft mit Einkommen im oberen-mittleren Bereich zu einer Wirtschaft mit hohem Einkommen schaffen wird [10]. Dabei profitiert das Land von seiner gut ausgebildeten, englischsprachigen und v.a. jungen Bevölkerung.

Malaysia hat bewiesen, dass es den typischen Herausforderungen eines Schwellenlandes gewachsen ist. In Zukunft werden zunehmend typische Probleme von Industrieländern die Agenda des Landes bestimmen. Dazu gehören eine alternde Gesellschaft, die Vereinbarkeit eines hohen Lebensstandards mit Nachhaltigkeitsanforderungen sowie fehlende Wachstumsimpulse.


 

[7] Quelle: https://theaseanpost.com/article/aseans-renewable-energy-challenges

[8] Quelle: https://www.seda.gov.my/policies/other-related-fiscal-incentives

[9] Quelle: https://www.statista.com/statistics/668749/regional-distribution-of-solar-pv-module-manufacturing

[10] Quelle: https://www.worldbank.org/en/country/malaysia/overview

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