Erfolgreich investieren in Schweden

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zuletzt aktualisiert am 3. April 2019

 

​​​​Wie schätzen Sie die derzeitige wirtschaftliche Lage in Schweden ein?

Für 2019 ist nach einem Peak im ersten Halbjahr 2018 eine Abschwächung der Konjunktur zu erwarten. Der private Konsum geht u.a. wegen allgemeinen Schmälerungen von Bankkrediten zurück. Zudem hat der Bauboom im Wohnungsbereich nachgelassen.

Schwedens Wachstumsimpulse kommen weiterhin überwiegend aus dem Export, begünstigt vom schwachen Wert der schwedischen Krone. Haupthandelspartner bei Exporten ist Deutschland. Vor dem Hintergrund von Brexit und Handelskriegen (z.B. China-USA) sorgt die Handelsbeziehung zu Deutschland und den nordischen Nachbarländern für Stabilität.


Wie würden Sie das Investitionsklima in Schweden beschreiben? Welche Branchen bergen großes Potenzial?

Schwedens Fahrzeugindustrie – v.a. Volvo und Scania – hat weiter expandiert. Auch die Papierindustrie und die Energieerzeuger weiten ihre Investitionen in Maschinen und Anlagen aus. Die Stahl- und Metallproduktion sowie die verarbeitende Industrie, Maschinenbau und Bergbau haben Auslastungsquoten von über 90 Prozent. Ferner beleben langfristige Infrastrukturprojekte die Investitionen; bspw. wendet die öffentliche Hand hohe Investitions­summen für das Schienen- und Straßennetz auf.


Welchen Herausforderungen steht ein deutscher Unternehmer beim Engagement in Schweden gegenüber?

Eine große Schwierigkeit für Unternehmer aus diversen Branchen ist es, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Zudem ist die relativ hohe Steuerbelastung (z.B. Löhne und Gehälter) eine Herausforderung.


Wie weit ist Schweden mit der Digitalisierung?

Schweden ist für seine vorangeschrittene Digitalisierung bekannt. Vieles, was in Deutschland noch Zukunfts­musik ist, ist in Schweden bereits selbstverständlich. Selbst kleinste Beträge für eine Tasse Kaffee oder eine kurze Busfahrt werden per Karte oder über eine App bezahlt. Der Beleg wird dann per SMS oder E-Mail geschickt. Auch Parkautomaten werden zunehmend abgeschafft. Stattdessen bezahlt man per App und stellt die gewünschte Parkdauer ein, die sich auf Knopfdruck beliebig verlängern lässt. Ziel ist es, schon in naher Zukunft bargeldlos zu leben.

Vor einiger Zeit wurde im Gesundheitssystem die elektronische Patientenakte eingeführt. Die meisten Rezepte werden papierlos ausgestellt und landen digital bei der Apotheke. Inzwischen gibt es virtuelle Arzt-Sprech­stunden via Tablet und Smartphone. Aber auch mit Behörden, Banken und im e-Handel kommuniziert man über seine Personennummer. Zudem laufen viele Behördengänge elektronisch ab. Bspw. wird die Steuererklärung für Arbeitnehmer vom Finanzamt bereits vorausgefüllt, wobei Gehalt, Zinseinnahmen, Zinsaufwendungen etc. bereits angegeben sind.

Die meisten Gehaltsempfänger reichen ihre Steuererklärung elektronisch ein. Papierquittungen sind häufig nicht mehr notwendig. Schwedens Digitalisierungsstrategie fokussiert sich auch auf den Bildungssektor. Lehrperso­nal und Schüler erhalten Schulungen in Medienkompetenz und im Schulunterricht werden digitale Lehrmittel flächendeckend eingesetzt.


Wie wird sich aus Ihrer Sicht Schweden weiterentwickeln?

Für 2019 und 2020 wird ein 2-prozentige Steigerung des BIP prognostiziert. Standbein des Wachstums bleibt neben dem Export weiterhin der private Konsum, der für einen Großteil der Wirtschaftsleistung verantwortlich ist.



 Kulturelle Besonderheiten in Schweden

Kontakt

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Mathias Racz

Head of Audit, Auditor (Schweden)

Niederlassungsleiter

+46 8 5793 0901
+46 8 5793 0910

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