Erfolgreich investieren in der Slowakei

zuletzt aktualisiert am 3. April 2019

  

​​Wie schät­zen Sie die der­zei­ti­ge wirt­schaft­li­che La­ge in der Slo­wa­kei ein?

Das Wirt­schafts­wachs­tum soll­te nach den Er­war­tun­gen der Na­tio­nal­bank der Slo­wa­kei in die­sem Jahr ei­nen Wert von 4,5 Pro­zent er­rei­chen, was im Ver­gleich zu den Er­war­tun­gen für das Jahr 2018 ei­nen An­stieg um ca. 0,5 Pro­zent dar­stellt. Ein we­sent­li­cher An­teil am Wirt­schafts­wachs­tum steht tra­di­tio­nell – wie auch in den Vor­jah­ren – der Au­to­mo­bil­in­dus­trie zu. Es wird er­war­tet, dass al­lein der letzt­jäh­ri­ge Pro­duk­ti­ons­an­lauf der vier­ten Au­to­mo­bil­fa­brik in der Slo­wa­kei Ja­gu­ar Land Ro­ver) am En­de des vo­ri­gen Jah­res das Wirt­schafts­wachs­tum in die­sem Jahr um 0,2 Pro­zent er­hö­hen wird. Fer­ner wird er­war­tet, dass das Wirt­schafts­wachs­tum in die­sem Jahr auch durch ei­ne Be­schleu­ni­gung des [1] Per­so­nal­ver­brauchs be­ein­flusst wird, was durch die Er­hö­hung des Durch­schnitts­loh­nes und v.a. den Rück­gang der Ar­beits­lo­sig­keit ver­ur­sacht wur­de.

Wie wür­den Sie das In­ves­ti­ti­ons­kli­ma in der Slo­wa­kei be­schrei­ben? Wel­che Bran­chen ber­gen gro­ßes Po­ten­zi­al?

Aus­län­di­sche In­ves­to­ren be­wer­ten die Be­din­gun­gen für In­ves­ti­tio­nen nach wie vor po­si­tiv. Sie schät­zen v.a. die ge­gen­wär­ti­ge Wirt­schafts­la­ge, das Wachs­tum der slo­wa­ki­schen Wirt­schaft und den In­ves­ti­ti­ons­stand­ort der Slo­wa­kei. Po­si­tiv ge­se­hen wird auch die Be­reit­schaft, Leis­tun­gen zu re­la­tiv ge­rin­gen Kos­ten zu er­brin­gen. Nach den zu­gäng­li­chen In­for­ma­tio­nen wür­den sich mehr als 80 Pro­zent der eta­blier­ten Ge­sell­schaf­ten wie­der ent­schei­den, in der Slo­wa­kei zu in­ves­tie­ren.


Vie­le Ge­sell­schaf­ten ha­ben je­doch im­mer grö­ße­re Be­fürch­tun­gen auf­grund des an­stei­gen­den Man­gels an aus­ge­bil­de­ten Ar­beits­kräf­ten so­wie der Ent­wick­lung der Ar­beits­kos­ten. Be­son­ders ne­ga­tiv wird die re­gel­mä­ßi­ge Er­hö­hung des Min­dest­loh­nes als auch un­ter­schied­li­cher Lohn­zu­schlä­ge be­wer­tet. Zu­sam­men mit dem Ar­beits­kräf­te­man­gel führt das zu dem Druck, ein schnel­le­res Tem­po bei der Er­hö­hung der Löh­ne an­zu­schla­gen, um die Ar­beits­pro­duk­ti­vi­tät zu er­hö­hen.

Das Zug­pferd der slo­wa­ki­schen Wirt­schaft ist die Au­to­mo­bil­in­dus­trie. Die Bran­che birgt auch für die Zu­kunft gro­ßes Po­ten­zi­al. In die­sem Jahr wird ein wei­te­res Wachs­tum der Au­to­mo­bil­pro­duk­ti­on er­war­tet. Im Ok­to­ber 2018 nahm der 4. Au­to­mo­bil­her­stel­ler die Pro­duk­ti­on auf. Die In­ves­ti­ti­on von Ja­gu­ar Land Ro­ver war die grö­ß­te der letz­ten Jah­re. Die Au­to­mo­bil­her­stel­ler wer­den die In­dus­trie in der Slo­wa­kei deut­lich stär­ken.


Wel­cher Her­aus­for­de­rung steht ein deut­scher Un­ter­neh­mer beim En­ga­ge­ment in der Slo­wa­kei ge­gen­über?

Be­reits vor Auf­nah­me ei­ner Ge­schäfts­ak­ti­vi­tät ist zu be­rück­sich­ti­gen, dass die slo­wa­ki­sche Rechts­la­ge in ei­ni­gen Be­rei­chen (z.B. Ar­beits­recht) re­la­tiv stark vom deut­schen Sys­tem ab­wei­chen kann. Au­ßer­dem sind im All­ge­mei­nen (im Ver­gleich zu Deutsch­land) die häu­fig ge­än­der­ten steu­er­recht­li­chen und ge­setz­li­chen Re­ge­lun­gen in der Slo­wa­kei zu be­ach­ten.

Der Man­gel an Ar­beits­kräf­ten wird in der Slo­wa­kei zu ei­nem der be­deu­tends­ten Pro­ble­me für aus­län­di­sche In­ves­to­ren. Ei­ni­ge wer­ten die Si­tua­ti­on auf dem Ar­beits­markt als kri­tisch aus und for­dern von der slo­wa­ki­schen Re­gie­rung die Öff­nung des Ar­beits­mark­tes für Aus­län­der.

Ei­ni­gen deut­schen In­ves­to­ren wird klar, dass die Slo­wa­kei nicht mehr ein Land mit bil­li­ger Ar­beits­kraft ist. Der An­stieg der Lohn­kos­ten zwingt neue In­ves­to­ren, den Cha­rak­ter und die Struk­tur der Her­stel­lung zu än­dern. Die Pro­duk­ti­on mit ge­rin­gem Mehr­wert ver­lässt die Slo­wa­kei all­mäh­lich.


Was un­ter­schei­det die Slo­wa­kei von ih­ren Nach­barn?

Im Un­ter­schied zu den be­nach­bar­ten Staa­ten (aus­ge­nom­men Ös­ter­reich) ist die Slo­wa­kei schon seit Be­ginn des Jah­res 2009 Be­stand­teil der Eu­ro­zo­ne. Das er­mög­licht der re­la­tiv klei­nen und zu­gleich of­fe­nen und ex­port­ori­en­tier­ten Wirt­schaft den stän­di­gen Än­de­run­gen und Schwan­kun­gen auf den Welt­märk­ten er­folg­reich zu wi­der­ste­hen. Für die slo­wa­ki­schen un­ter­neh­me­ri­schen Sub­jek­te aber auch für die Bür­ger selbst be­deu­tet die Zah­lung mit Eu­ro ei­ne be­deu­ten­de Ver­ein­fa­chung und da­durch auch Ver­bil­li­gung von wirt­schaft­li­chen Kon­tak­ten mit an­de­ren Län­dern der Eu­ro­zo­ne. Zu­gleich er­mög­li­chen die­se Tat­sa­chen den aus­län­di­schen In­ves­to­ren, ih­re In­ves­ti­tio­nen in der Slo­wa­ki­schen Re­pu­blik auch lang­fris­tig zu pla­nen, oh­ne die Not­wen­dig­keit, schwer vor­aus­seh­ba­re Ri­si­ken – wie ge­ra­de das Wäh­rungs­ri­si­ko – zu be­rück­sich­ti­gen.


Wie wird sich aus Ih­rer Sicht die Slo­wa­kei wei­ter­ent­wi­ckeln?

Im nächs­ten Jahr wird ei­ne mä­ßi­ge Ver­lang­sa­mung des Wirt­schafts­wachs­tums in Fol­ge der be­ste­hen­den glo­ba­len und geo­po­li­ti­schen Un­si­cher­heit er­war­tet. Auch Fi­nanz­märk­te zeu­gen von die­sem Trend. Trotz­dem soll­te die Wirt­schaft der Slo­wa­kei im Jahr 2020 um 3,5 Pro­zent an­stei­gen. Ei­ne sol­che po­si­ti­ve Ent­wick­lung wird auch nach dem Jahr 2020 er­war­tet.




[1] Das Wachs­tum der Wirt­schaft kann auch durch den ein­hei­mi­schen Ver­brauch un­ter­stützt wer­den. Un­ter dem Wort „Per­so­nal­ver­brauch” ist ge­meint, dass hö­he­re Ein­künf­te der Be­völ­ke­rung er­mög­li­chen, mehr aus­zu­ge­ben, mehr ein­zu­kau­fen und da­durch auch zum Wirt­schafts­wachs­tum bei­zu­tra­gen.

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