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Erfolgreich investieren in der Slowakei

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zuletzt aktualisiert am 19. Mai 2021 | Lesedauer ca. 3 Minuten

  

 

 

​​Wie schät­zen Sie die der­zei­ti­ge wirt­schaft­li­che La­ge in der Slo­wa­kei ein?

Die starke wirtschaftliche Expansion der letzten Jahre weicht einem langsameren Wachstum. Nach einem Wachstum von 4,0 Prozent im Jahr 2018 ist die slowakische Wirtschaft 2019 um 2,3 Prozent gewachsen und 2020 auf -5 Prozent gefallen. Für 2021 wird ein Wachstum von 4 Prozent und für 2022 von 5,4 Prozent erwartet. Bei rekordniedriger Arbeitslosigkeit und steigenden Löhnen werden die Haushaltseinkommen und der private Konsum weiterwachsen. Der Handel dürfte sich nach seiner weniger dynamischen Entwicklung, die auf eine schwächere Nachfrage und Produktionsumstellungen in der für die slowakische Wirtschaft wichtigen Automobilindustrie zurückzuführen ist, erholen. Die Außenhandelsbilanz wies im Jahr 2020 einen Überschuss in Höhe von 714,4 Mio. Euro auf.


Wie würden Sie das Investitionsklima in der Slowakei beschreiben? Welche Branchen bergen großes Potenzial?

Die Aufrechterhaltung des Produktivitätswachstums und damit des Rückgrats der wirtschaftlichen Konvergenz der Slowakei wird nachhaltige Strukturreformen und gezielte Investitionen in Infrastruktur, Forschung und Innovation erfordern. Die Verbesserung der Qualität und Inklusivität des Bildungs- und Ausbildungssystems, der Abbau regionaler Disparitäten und die Verbesserung der Qualität öffentlicher Einrichtungen können der Slowakei helfen, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, in der Wertschöpfungskette aufzusteigen und nachhaltiger zu werden. Ein intelligentes und kohlenstoffarmes Verkehrs- und Energiesystem kann zur Ökologisierung der Wirtschaft beitragen.

Die Slowakei ist in den letzten Jahren zu einem der beliebtesten Ziele in der Region geworden. Hunderte von prominenten Investoren (auch aus Deutschland) haben die Slowakei als geeigneten Standort v.a. für die Automobilindustrie ausgewählt.

Als die Hauptfaktoren, die sie in die Slowakei locken, nennen die Investoren:

  • stabiles Investitionsumfeld;
  • günstige geografische Lage;
  • dynamisches Wirtschaftswachstum;
  • der Euro als offizielle Währung;
  • kontinuierlicher Ausbau der Infrastruktur;
  • hohe Qualität der Arbeitskräfte.
     

Zu den Industriezweigen, die sich schon seit Langem am dynamischsten entwickeln, gehören der Maschinen­bau, die Elektroindustrie und natürlich die Automobilindustrie. Die Aufnahme der Produktion von Jaguar Land Rover hat die Dominanz der Branche in der Slowakei noch mehr verstärkt.
 
Wir erwarten, dass sich die oben genannten Voraussetzungen auch nach dem Ende der Covid-19-Krise nicht ändern werden. Im Gegenteil: Es ist zu erwarten, dass der Staat entsprechende Maßnahmen zur Wiederbelebung der Wirtschaft ergreifen wird, was das Investitionsumfeld in der Zukunft positiv beeinflussen kann.


Welchen Herausforderungen steht ein deutscher Unternehmer beim Engagement in der Slowakei gegenüber?

Bereits vor der Aufnahme der Geschäftstätigkeit in der Slowakei sollte berücksichtigt werden, dass sich die slowakische Gesetzgebung in einigen Bereichen vom deutschen System unterscheidet (z.B. Arbeitsrecht). Darüber hinaus wurden in der Slowakei relativ häufige Änderungen der steuerlichen und rechtlichen Vorschriften beobachtet (im Vergleich zu Deutschland).
 
Der Mangel an Arbeitskräften wurde im Laufe der letzten Jahre zu einem der größten Probleme für auslän­dische Investoren in der Slowakei. Einige schätzten ein, dass die kritische Situation auf dem Arbeitsmarkt zur Öffnung des Marktes für Ausländer führte.  
 
Nach den letzten Parlamentswahlen im März 2020 ist eine neue Regierung, mit starken Antikorruptions­maßnahmen (einschließlich von Verbesserungen im Justizsystem) ins Amt gekommen. Das sollte zusammen­genommen die Slowakei noch stabiler und zu einem gefragten Ort für Geschäfte machen.


Welche Bedeutung hat Deutschland für die Slowakei?

Das stärkste Land der Eurozone ist der wichtigste Geschäftspartner der Slowakei. Im Jahr 2020 entfielen auf Deutschland rund 22 Prozent der gesamten Exporte des Landes. Die Slowakei erwirtschaftet schon seit einigen Jahren einen Handelsüberschuss mit Deutschland.

Deutsche Unternehmen sind wichtige Akteure auf dem slowakischen Markt. Ihre genaue Zahl ist jedoch schwer zu bestimmen, da viele Unternehmen im Besitz von Tochtergesellschaften sind, die in anderen Ländern registriert sind. Es wird geschätzt, dass etwa 2.400 Firmen mit direkter oder indirekter Beteiligung deutschen Kapitals auf dem slowakischen Markt tätig sind.

Deutsche Unternehmen sind auch die größten Arbeitgeber in der Slowakei. Der größte ausländische Arbeit­geber (Volkswagen Slovakia) beschäftigt derzeit ca. 15.000 Mitarbeiter. Volkswagen, als größter privatwirt­schaftlicher Arbeitgeber der Slowakei mit einem Umsatz von mehr als 10 Mrd. Euro im Jahr 2020, produziert die Modelle Touareg, Audi Q7 und Q8 sowie Porsche Cayenne. Ab 2021 ist auch die Produktion von VW Passat und Skoda Superb in Bratislava angesiedelt.


Wie wird sich aus Ihrer Sicht die Slowakei weiterentwickeln?

Die weitere Entwicklung der Wirtschaft hängt sehr stark von der weiteren weltweiten Entwicklung der Coronavirus-Krise ab.

Laut Finanzministerium wird die zweite Welle der Pandemie die Dynamik der Erholung in diesem Jahr verlangsamen. Die aktualisierte Prognose geht davon aus, dass die zweite Welle länger andauern wird, obwohl ihre wirtschaftlichen Auswirkungen geringer sein werden. Die Prognose für das Wachstum der slowakischen Wirtschaft im Jahr 2021 basiert auf der Annahme, dass die Einschränkungen im Zusammenhang mit der Pandemie im ersten Quartal auf dem aktuellen Niveau bleiben und anschließend bis zum dritten Quartal etwa auf das Niveau vom September 2020 zurückgehen werden. Die Pandemie wird sich auch auf die Wirtschaft unserer Geschäftspartner negativ auswirken und die Auslandsnachfrage wird für den größten Teil des Jahres schwächer sein. Auf der anderen Seite wird das Wachstum durch die Freigabe einer Covid-Reserve von einer Milliarde Euro zur Unterstützung der Wirtschaft und in der zweiten Jahreshälfte auch durch den Beginn des Wiederherstellungs- und Resilienzplans befördert werden. Im Allgemeinen wird die Wirtschaftsdynamik schwächer sein – insbesondere im ersten Quartal und der Neustart bei der Schaffung von Arbeitsplätzen wird sich auf das Ende des Jahres verschieben. Infolgedessen wird die Beschäftigung im Jahr 2021 moderat um 0,2 Prozent sinken.

Ab 2022 wird die Wirtschaft wieder an Dynamik gewinnen, insbesondere aufgrund der Zuweisung von EU-Mitteln.

 Erfahren Sie mehr zur Slowakei beim Forum Global 2021

  

JUDr. Maroš Tóth referiert beim virtuellen Forum Global zum Thema „Auslandsexpansion Osteuropa: Aktuelle Trends bei der Wahl der optimalen Organisationsform (Baltikum, Polen, Slowakei, Tschechische Republik)”.

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