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Erfolgreich investieren in Südafrika

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zuletzt aktualisiert am 19. Mai 2021 | Lesedauer ca. 2 Minuten


 

 

​​Wie schätzen Sie die derzeitige wirtschaftliche Lage in Südafrika ein?

Südafrikas Wirtschaft ist noch immer stark von Covid-19 betroffen. Während das Bruttoinlandsprodukt 2019 noch 351 Mrd. US-Dollar betrug, ging es im Folgejahr 2020 auf rund 283 Mrd. US-Dollar zurück (negatives Realwirt­schafts­wachstum).

Negative Folgen haben sich in vielen Wirtschaftsbereichen gezeigt, insbesondere in der Reise- und Touristik­branche. Trotz der Auswirkungen geht die Weltbank dennoch davon aus, dass sich die Wirtschaft des Landes im Jahr 2021 schneller erholen wird als ursprünglich vermutet und, dass das Bruttoinlandsprodukt moderat auf 318 Mrd. US-Dollar ansteigen wird.

Da die offiziellen Corona-Neuinfektionszahlen seit Mitte Januar 2021 wieder zurückgehen, wurde am 1. März 2021 die niedrigste Lock-Down-Stufe 1 angeordnet. Mit der Maßnahme wird erwartet, dass die Konsumausgaben wieder ansteigen werden und die Wirtschaft wieder wachsen kann.

Zugleich ist zu beobachten, dass der Impfprozess innerhalb des Landes sehr langsam voranschreitet. Aus heutiger Sicht ist davon auszugehen, dass es noch eine gewisse Zeit benötigt, bis in Südafrika die notwendige Menschenmenge geimpft wird, um eine Herdenimmunität zu erreichen. Schließlich bleibt für die kommenden Monate zu hoffen, dass der Impfprozess zügiger vorangeht als bisher.


Wie würden Sie das Investitions­klima in Südafrika beschreiben? Welche Branchen bergen großes Potenzial?

Für deutsche Unternehmen, die in der Subsahara-Region investieren wollen, ist Südafrika, nach wie vor, mit seinem hoch entwickeltem Finanz- und Rechtssektor sowie seiner modernen Infrastruktur ein attraktiver Unternehmensstandort. Das könnte künftig auch weitere Länder der panafrikanischen Freihandelszone umfassen, die am 1. Januar 2021 in Kraft getreten ist.

Der traditionell bedeutende Bergbau bietet sehr gute Aussichten für ausländische Investoren. Besonders die seit Oktober 2020 wieder ansteigenden Rohstoffpreise, u.a. aufgrund der starken Nachfrage aus der Volksrepublik China und das zunehmende Interesse an dem Edelmetall Platin (das ein wichtiger Bestandteil für die Antriebs­technologie auf Wasserstoffbasis ist) sagen dem Bergbausektor gute wirtschaftliche Aussichten voraus. Weitere große Potenziale für deutsche Unternehmen weisen v.a. die Branchen Erneuerbare Energien, insbesondere in der Wind- und Solarenergie als Lösung für den steigenden Energiebedarf (deutsche Technologie), sowie die Sektoren Verarbeitende Industrie (u.a. Nahrungsmittel­verarbeitung und -verpackung, Getränkeindustrie, Düngemittel­produktion), Automobilherstellung, Petrochemie, Medizintechnik und Telekommunikation auf.

Positive Aussichten sind derzeit das starke Wachstum im Agrarsektor (gute Ernten) dank der kräftigen Regenfälle seit den letzten Monaten. Demgegenüber entwickeln sich Infrastrukturprojekte von ausländischen Investitionen nach Südafrika derzeit recht langsam, die aufgrund von Corona in 2020 zurückgegangen sind.


Welchen Herausforderungen steht ein deutscher Unternehmer beim Engagement in Südafrika gegenüber?

Die Herausforderungen für deutsche Unternehmen in Südafrika sind weiterhin die permanenten Veränderungen und die Verschärfung der Kriterien für das „Broad-Based Black Economic Empowerment” (BEE). Dazu gehören bspw. die Auflagen zur Eigentumsbeteiligung farbiger Bevölkerungsschichten, die ein Hindernis für ausländische Unternehmen bedeuten können. Aus dem Grund ist es für den deutschen Investor unabdingbar, sich mit dem gesetzlichen Rahmenwerk bzw. der BEE-Gesetze auseinander zu setzen. Für den Fall wäre es unabdingbar, mit einem südafrikanischen Partner zu agieren, der die entsprechenden BEE-Kriterien erfüllt. Wie stark BEE als Hindernis für die unternehmerische Geschäftstätigkeit gesehen wird, wird sich im konkreten Einzelfall zeigen.

Auch die Rechtslage im Bereich des Einwanderungsrechts bleibt weiterhin unsicher und Entsendungen von Mitarbeitern aus Deutschland müssen langfristig sowie gut geplant und organisiert werden.

Weitere Herausforderungen sind die volatile Währung des Landes und die Erhöhung der Strompreise. Von den kontrollierten Stromabschaltungen („load shedding”) sind v.a. die Bergbaubranche sowie die energieintensiven Industrien betroffen. Allerdings sollte schon bald mit einer Verbesserung der Stromversorgung zu rechnen sein.

Eine Herausforderung für die Automobil­industrie ist es, sich den Marktentwicklungen und den Absatzmärkten anzupassen und mehr in die Elektromobilität zu investieren.

Ausländische Investoren könnten aufgrund der Corona-Pandemie gewisse Risiken scheuen. Mögliche Kapital­abflüsse hätten sodann eine Abwertung des südafrikanischen Rands (Währungsverlust) zur Folge. Gleichzeitig ist nicht davon auszugehen, dass sich die ausländischen Unternehmen, die sich als verlässliche Partner auch in schweren Zeiten erwiesen haben, aus Südafrika zurück ziehen werden. Denn sie sind bereits „sturmerprobt” und aufgrund ihrer Risikoplanung auf Krisen vorbereitet. Vom derzeitigen Standpunkt aus betrachtet ist vorstellbar, dass sich solche Unternehmer nicht durch die Corona-Krise abschrecken lassen und somit weiterhin unternehmerisch im Land tätig bleiben werden. Afrika ist ein Chancenkontinent – das deckt sich auch mit dem Ergebnis einer Umfrage der AHK Südliches Afrika im August 2020.

Ziel der südafrikanischen Regierung ist es, weitreichende Reformen umzusetzen, die sich teilweise bereits im Umsetzungsprozess befinden. Zu den wesentlichen Zielen gehören die Energiesicherheit des Landes, die Kriminalitätsbekämpfung, der Bürokratie-Abbau, die notwendige Sanierung/Privatisierung von staatlichen Unternehmen, die Schaffung von Arbeitsplätzen und letztendlich auch die Schaffung von Anreizen für ausländische Investitionen.


Wie entwickelt sich der Markt für Erneuerbare Energien (EE) in Südafrika?

Der Markt für EE in Südafrika entwickelt sich positiv, wenn auch sehr langsam. Mit einer dreijährigen Verspätung geht das öffentliche Ausschreibungsprogramm für EE-Projekte („Renewable Energy Independent Power Production Procurement Program”, kurz: REIPPP) im April 2021 in die fünfte Runde. Daneben verbessern sich kontinuierlich die rechtlichen Rahmenbedingungen für Eigenerzeugung und PPAs. Die Nachfrage nach EE Eigenerzeugung steigt insbesondere aufgrund der kontinuierlich stark ansteigenden Strompreise und unsicheren Stromversorgung durch den staatlichen Stromversoger Eskom.


Wie wird sich aus Ihrer Sicht Südafrika weiterentwickeln?

Es ist anzunehmen, dass sich die Lage der Pandemie durch weiter sinkende Infektionszahlen bei einer erfolg­reichen Durchführung der Impfungen wieder allmählich stabilisieren wird. Unter der Voraussetzung ist davon auszugehen, dass Südafrikas Wirtschaftswachstum langsam wieder ansteigen wird. Sollte sich der Strommarkt weiter positiv entwickeln (hohe private Investitionen in den Erneuerbaren Energien werden erwartet), wird er sicherlich dazu beitragen, das Wirtschaftswachstum mit anzukurbeln. Letztlich wird die künftige Entwicklung der Wirtschaft in Südafrika auch vom weiteren Verlauf der Corona-Pandemie maßgeblich abhängen.

Die panafrikanische Freihandelszone eröffnet Chancen für die afrikanischen sowie europäischen Länder und somit auch für Südafrika als Drehscheibe für deutsche Investoren.

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Dieter Sommer

Chartered Accountant (Südafrika)

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