Erfolgreich investieren in der Ukraine

zuletzt aktualisiert am 16. Mai 2018

  

Wie schätzen Sie die derzeitige wirtschaftliche Lage in der Ukraine ein?

Die ukrainische Wirtschaft wächst seit 2016 jedes Jahr um durchschnittlich 2 Prozent. Die Krise von 2014-2015 ist überwunden und nach den Berichten der ausländischen und inländischen Unternehmer ist eine deutliche Steigerung der Umsätze zu verzeichnen, oft im zweistelligen Bereich. Ebenfalls steigen die ausländischen Investitionen in der Ukraine. Es gibt große Investitionen in den Bereichen
  • Erneuerbare Energien,
  • Ausbau der Infrastruktur,
  • Energiesektor,
  • Modernisierung der Betriebe und
  • Bauindustrie.

Der politische Konflikt im Osten des Landes hat lokalen Charakter und keine Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung in der Ukraine. Trotz Abwanderung der Arbeitskräfte ist die Ukraine ein sehr attraktiver Produktionsstandort – aufgrund des günstigen Lohnniveaus und der Energiekosten. Dank Geldüberweisungen aus dem Ausland können sich sehr viele Branchen (wie z.B. die Bauindustrie) in der Ukraine entwickeln, Arbeitsplätze werden geschaffen und die Kaufkraft der Bevölkerung steigt. Das alles sind sehr positive Signale für die weitere wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Das bestätigen auch die Prognosen durch internationale Organisationen oder die Weltbank für die Ukraine für das Jahr 2018.

Wie würden Sie das Investitionsklima in der Ukraine beschreiben? Welche Branchen bergen großes Potenzial?

Die ukrainische Regierung bemüht sich, bessere Bedingungen für die Investoren zu schaffen und ausländisches Kapital ins Land zu ziehen. Seit 2014 wurden sehr viele Reformen durchgeführt und sehr viele neue Gesetze verabschiedet, die darauf gerichtet sind die wirtschaftliche Tätigkeit zu erleichtern. Bspw. wurden Deregulierungen vorgenommen, die sehr viele Hindernisse für die Wirtschaftssubjekte abgeschafft haben. Die Reformen, wie z.B. die Gerichtsreform, die als Ziel haben das Vertrauen an die Gerichte wiederzuerlangen und die Ukraine als Investitionsort attraktiver zu machen.

Es ist verständlich, dass der Reformprozess noch sehr viele Jahre dauern wird bis er vollständig abgeschlossen ist. Trotzdem verbessert sich das Investitonsklima von Jahr zu Jahr und die ersten Erfolge sind bereits zu verzeichnen. 2017 hat die Ukraine im Doing Business-Ranking der Weltbank Platz 76 von 190 Ländern belegt (2013 war es noch Platz 142).

Für deutsche Unternehmen bieten sich signifikante Chancen v.a. in exportorientierten Branchen sowie bei Infrastrukturprojekten, die von verschiedenen Förderprojekten von Banken finanziert werden. Man darf nicht vergessen, dass die Ukraine ein großer Markt mit über 42 Mio. Verbrauchern ist und die Kaufkraft der Bevölkerung mit weiterem Wirtschaftswachstum steigen wird.

Welchen Herausforderungen steht ein deutscher Unternehmer beim Engagement in der Ukraine gegenüber?

Eine der größten Herausforderungen für deutsche Unternehmer in der Ukraine sind die ständigen Änderungen der ukrainischen Gesetzgebung. Einerseits ist es zu begrüßen, da sehr viele Rechtsnormen an die EU-Standards angepasst werden. Auf der anderen Seite müssen sich die Investoren mit den Änderungen und neuen rechtlichen Anforderungen auseinandersetzen. Hier es ist auf jeden Fall ratsam, einen zuverlässigen Partner vor Ort zu haben.

Welche Bedeutung hat Deutschland für die ukrainische Wirtschaft?

Deutschland gehört zu den wichtigsten Handelspartnern der Ukraine. Der Warenaustausch zwischen deutschen und ukrainischen Handelspartnern wächst signifikant von Jahr zu Jahr. 2017 war ein Anstieg um 22,4 Prozent zu verzeichnen (Quelle: AHK Ukraine). Deutsche Produkte sind in der Ukraine sehr beliebt und dank des Wirtschaftswachstums seit 2016 wächst die Nachfrage nach deutschen Erzeugnissen (v.a. Autos, Maschinen, Haushaltsgeräte, etc.) wieder. Wegen der günstigen Produktionskosten produzieren sehr viele deutsche Autozulieferer in der Ukraine und die Automobilzuliefererteile stellen die größte Warengruppe der ukrainischen Exporte nach Deutschland. Deutsche Unternehmen sind breit in der Ukraine vertreten und durch die steigende Nachfrage nach deutschen Produkten berichten sie von steigenden Umsätzen seit 2016. Die Interessen der deutschen Unternehmen sind sehr gut durch die Deutsch-Ukrainische Handelskammer vertreten und auch die ukrainische Regierung sieht in Deutschland einen der wichtigsten Handelspartner. Aus dem Grund sind die deutschen Investoren in der Ukraine sehr willkommen und erfreuen sich als zuverlässige Arbeitgeber großer Beliebtheit bei den ukrainischen Arbeitnehmern.

Wie wird sich aus Ihrer Sicht die Ukraine weiterentwickeln?

Die Prognosen für die weitere Entwicklung der ukrainischen Wirtschaft sind sehr positiv. 2018 soll die ukrainische Wirtschaft auf dem Wirtschaftswachstums-Pfad bleiben und soll zwischen 3 und 3,5 Prozent wachsen. Die ukrainische Währung „Hrywnja” soll weiterhin stabil bleiben und es sind keine wirtschaftlichen Gründe für eine signifikante Abwertung sichtbar. Wegen der günstigen Produktionskosten wächst das Interesse der ausländischen Investoren, die das große Potenzial nutzen wollen, v.a. in den Branchen, die einen großen Aufwand an Handarbeit bedürfen (z.B. Automobilzulieferer-, Möbel- sowie Bekleidungsindustrie).

 

 Kontakt

Klaus Kessler

Rechtsanwalt

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