CarSharing: Studie zeigt nur die halbe Wahrheit

​Eine Studie von A.T. Kearny kommt zu dem Ergebnis, dass sich CarSharing in den meisten deutschen Städten nicht rechnet und zu Lasten des ÖPNV geht. Dazu wurden rund 1.000 Menschen befragt, wovon die Hälfte Nutzer eines CarSharing-Angebots waren. Dabei betrachtet die Studie allerdings nur die Free-floating-Anbieter und lässt die stationsbasierten Angebote außen vor.

 

Das Fazit der Studie lautete, dass nur fünf Prozent der Deutschen CarSharing als potenzielle Alternative zum eigenen Fahrzeug sehen. Um ein CarSharing-Angebot profitabel betreiben zu können, müsse die Bevölkerungsdichte der Städte mindestens 3.000 Personen pro Quadratkilometer betragen. Diese formale Voraussetzung erfüllen in Deutschland lediglich elf Städte, wobei die lukrativsten Märkte in Berlin, Hamburg und München sind.

 

Die Studie betrachtet allerdings nur die Free-floating-Anbieter und lässt die stationsbasierten Angebote außen vor. Beim Free-floating steht das Fahrzeug dort, wo der letzte Kunde es abgestellt hat. Beim stationsbasierten CarSharing wird das Fahrzeug an einer Station ausgeliehen und wieder an eine Station zurückgebracht. Neben den fünf großen Free-floating-Anbietern, die in sieben Metropolen aktiv sind, gibt es in Deutschland an über 740 Orten stationsbasierte Angebote. Die Angebotsformen variieren bei der Entlastungswirkung und der Wirtschaftlichkeit teilweise deutlich.

 

Die Verkehrsentlastung durch stationsbasiertes CarSharing wurde beispielswiese in einer von der EU geförderten Studie in Bremen untersucht. Das Ergebnis zeigt, dass 5.000 private PKW weniger unterwegs sind. Darüber hinaus wurde 2018 im Rahmen des EU-Forschungsprojekts STARS  die Entlastungsleistung der unterschiedlichen Angebotsformen untersucht. Während ein Teil der Free-floating-Nutzer zu Beginn ihr privates Fahrzeug abgeschafft haben, kauften sie später wieder einen eigenen PKW und nutzen die Free-floating-Fahrzeuge als Ergänzung. Nutzer des stationsbasierten CarSharing verringerten hingegen die Anzahl der eigenen Fahrzeuge im Haushalt um zwei Drittel, was belegt, dass die Nutzung von CarSharing eine Alternative zum eigenen PKW bietet.

 

 

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