Myanmar: Milliardeninvestitionen für den infrastrukturellen Wandel

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Von Marilena Schoeck, Mathias Müller und Ursus-Mortimer Negenborn
 
Mittels ausländischer Hilfe und einem Investment in Höhe von 7,4 Mrd. USD will Myanmar die gesamte Infrastruktur in der Metropole Yangon (Rangun) ausdehnen und modernisieren. Hierbei soll vor allem eine Verbesserung im Bereich Transport, Wasserversorgung und integrierter Wohn- und Geschäftskonzepte für 7 neue Stadtbezirke erzielt werden.

 
Aufgrund der politischen Sanktionen war das ehemalige Burma, heutige Myanmar, jahrelang von westlichen Investitionen abgeschnitten. Ausländische Investitionen wurden kaum getätigt – die EU und die Vereinigten Staaten hatten ein Embargo verhängt. Als Folge dieser Politik war Myanmar zu einem Freilichtmuseum verkommen – Züge, Brücken und Häuser stammten aus der Zeit um 1939, als das Land noch zur britischen Krone gehörte. Autos gab es bis zuletzt kaum – eine der wenigen ausgebauten Straßen ist die Autobahn, die nach Naypyidaw führt. (Naypyidaw ist seit 2005 die neue Hauptstadt von Myanmar). Ansonsten bestehen die Straßen aus Kopfsteinpflaster, von Hand in die Berge gesprengt und von Hand geteert.
 
Inzwischen wurden die meisten Restriktionen aufgehoben und allmählich löst sich der Investitionsstau. Yangon, ehemaliger Regierungssitz und weiterhin wirtschaftliches Zentrum Myanmars, wird wohl ähnlich zu anderen asiatischen Megastädten in den nächsten Jahren stark expandieren. So wird erwartet, dass sich die Einwohnerzahl von derzeit ca. 5,2 Mio. bis zum Jahr 2040 verdoppelt. Studien rechnen darüber hinaus mit einer Vervielfachung des Automobilaufkommens im Laufe der nächsten 25 Jahre. Bereits jetzt machen sich die Konsequenzen der Urbanisierung und zunehmenden Mobilisierung bemerkbar – wie in vielen anderen Metropolen herrscht auch hier ein spürbares Verkehrschaos. Des Weiteren hat die Luftverschmutzung, insbesondere in Yangon, wo zwei Drittel aller Fahrzeuge des Landes registriert sind, in den letzten 3 Jahren deutlich zugenommen. Um den wachsenden Verkehrs- und Transportproblemen entgegenzuwirken, wird die Entwicklung und Umsetzung des „Yangoner Masterplans” von der japanischen Regierung finanziell und mit technischem Know-How unterstützt.
 

7 neue Stadtzentren

Ein wesentliches Element, das dazu beitragen soll die Metropole Yangon auszudehnen, ist die Errichtung von 7 neuen Stadtbezirken bis 2040. Dies kündigte das Yangon City Development Committee (YCDC) Mitte des Jahres an. Die neuen Stadtbezirke bieten neben neuem Wohnraum Platz für zahlreiche Industriebetriebe sowie Einzelhandelsflächen.
 
Der nordöstliche Stadtteil von Yangon eignet sich in erster Linie aufgrund seiner vergleichsweise niedrigen Bevölkerungsdichte, einer guten Infrastruktur und nicht zuletzt seiner günstigen Lage zwischen der Sonderwirtschaftszone Thilawa, in der bereits ab 2016 circa 40 ausländische Unternehmen den Betrieb aufnehmen werden, und dem geplanten internationalen Flughafen Hanthawaddy, mit dessen Eröffnung jedoch erst ab 2022 zu rechnen ist.
 

Modernisierungen im Bereich Transport

Neben der Errichtung von neuen Stadtzentren ist ebenfalls die Modernisierung der Yangon Central Railway Station sowie umliegender Geschäftsgebäude, Hotels und Freizeitflächen geplant. Hierzu wurden bereits erste Vorschläge von möglichen Investoren in Bezug auf Design, Engineering, Finanzierung, etc. abgegeben. Die Burma Reisenden gut bekannte „Circle Line” Eisenbahnstrecke rund um Yangon soll ebenfalls Teil der geplanten Modernisierungsoffensive werden. Diese wird in Zusammenarbeit von Myanmar Railways und der Japan International Cooperation Agency (JICA) erfolgen und ein geschätztes Volumen von insgesamt 250 Mio. USD, sowie den Ausbau von 38 Stationen umfassen.
 
Das nun bestehende Verkehrschaos soll auch durch einen Ausbau des innerstädtischen öffentlichen Verkehrs in Bahnen gelenkt werden. Um dem steigenden innerstädtischen Transport gerecht zu werden, liegen 3 Vorschläge zur Lösung zur Diskussion vor. Als zeitnächste Lösung wird der Vorschlag eines Bus Rapid Transports (BRT) angesehen. Diese genannten Modernisierungspläne sollen jedoch nicht die einzigen bleiben, wie u.a. die JICA andeutet, wobei sie sich auf eine potenzielle Straßenbahnlinie neben einer ebenfalls geplanten Einschienenbahn bezieht. Diesbezüglich sind bereits Gespräche über den Bau einer Metro Rapid Transport (MRT) oder Light Rapid Transport (LRT) zwischen Myanmar Railways und der JICA geplant. Von diesem Projekt wird erhofft, dass es auf lange Sicht einem drohenden Verkehrschaos entgegen wirken kann.
 

Energie & Wasser

Darüber hinaus plant das Yangon City Development Committee (YCDC) in Zusammenarbeit mit dem japanischen Umweltministerium eine Müllverbrennungsanlage zur Energiegewinnung und Unterstützung der teilweise noch defizitären Energieversorgung im Großraum Yangon. Die Projektkosten liegen hier bei ca. 16,2 Millionen USD, erwarteter Fertigstellungstermin ist März 2017. Die Anlage soll dann in der Lage sein 700 KW an Energie zu produzieren.
 
Zudem werden mithilfe der benötigten Expertise, Technologie und Know-How der Tochtergesellschaft TSS vom Bureau of Waterworks Tokyo, neue Pumpen quer durch Yangon installiert, die zur Wasserversorgung der größten Stadt und dem industriellem Zentrum Myanmars beitragen.
 

zuletzt aktualisiert am 26.10.2015

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