Die SE: Eine Rechtsform für international tätige Familienunternehmen im Trend

zuletzt aktualisiert am 21. Februar 2018

Die Rechtsform der Societas Europaea (SE) erfreut sich in den letzten Jahren einer zunehmend steigenden Beliebtheit bei international tätigen Familienunternehmen in Deutschland. Die SE, die auch als europäische Aktiengesellschaft (AG) bezeichnet wird, ist eine eigenständige, supra­natio­nale Rechtsform, die nun schon seit dem 8. Oktober 2004 existiert.      

  

 
Bereits viele namhafte Gesellschaften aus unterschiedlichsten Branchen haben den Weg in die SE beschritten.  Inzwischen existieren bereits 2.574 Gesellschaften[1] dieser Rechtsform in Europa und die Tendenz ist weiter steigend. Die Rechtsform der SE ist hierbei nicht nur für große kapitalmarktorientierte Unternehmen geeignet, sie kann auch für mittelständische Familien­unternehmen als Alternative zur regulären deutschen AG interessant sein. Grund hierfür sind zum einen Gestaltungsmöglichkeiten hinsichtlich der Leitungsstruktur, da statt der klassischen (dualistischen) Struktur mit Vorstand und Aufsichtsrat, die für eine AG prägend ist, auch ein Verwaltungsrat als einheitliches Leitungs- und Kontrollorgan gebildet werden kann (sog. Monistisches System). Zum anderen ist die Möglichkeit zum „Einfrieren der Mitbestimmung” für viele mittelständische Unternehmen durchaus attraktiv, insb., wenn diese in absehbarer Zukunft durch steigende Mitarbeiterzahlen die Schwellenwerte nach Drittel­beteiligungs- oder Mitbestimmungsgesetz erreichen werden. Die Umwandlung in eine SE kann daher den Einfluss der Familie auf das Unternehmen für die Zukunft absichern.
   
Im Gang der Darstellung wird zu wichtigen Punkten Stellung genommen, die bei dem Übergang von einer deutschen zu einer europäischen AG entscheidungs­erheblich sind. Im Folgenden wird dabei von der Grundkonstellation ausgegangen, dass eine deutsche AG formwechselnd zu einer SE wird. Dabei soll hier von einem großen, nicht kapitalmarktorientierten Unternehmen i.S.d. § 267 Abs. 3 HGB ausgegangen werden. Zwar bestehen (vgl. unter III.) eine Reihe von Möglichkeiten, eine SE zu gründen, gleichwohl wird nachfolgend auf den in der Praxis häufigen Fall einer Umwandlung zur SE-Gründung abgestellt. Ferner wird unterstellt, dass diese deutsche AG in zahlreichen Standorten im Ausland mit eigenen Tochtergesell­schaften seit mehr als fünf Jahren Geschäfte betreibt und sich weiterhin auf Wachstumskurs befindet, um zusätzliche Standorte im Ausland mit neuen Märkten in den kommenden Jahren zu erschließen.
 
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Quelle: DER KONZERN 10/2016        

 

 

[1] Update: Inzwischen existieren bereits 2.943 Gesellschaften (lt. Studie der Hans-Böckler-Stiftung, Stand: 31.12.2017) dieser Rechtsform in Europa und die Tendenz ist weiter steigend. 526 der 2.943 SE’s sind operativ tätig. Von diesen 526 operativ tätigen Gesellschaften entfallen wiederum 283 SE’s auf Deutschland. Allein in 2017 ist die Zahl der SE’s in Deutschland um 53 Gesellschaften gestiegen.

    

 

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