Strukturierter Entlassungsprozess von Patienten: So arbeiten Kliniken ertragreicher

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​Die Einführung des DRG-Systems (Diagnosis Related Groups) hat das Abrechnungssystem für Kliniken grundlegend verändert. Kliniken können seit 2004 nicht mehr nach Tagessätzen abrechnen, sondern nur noch anhand von diagnosebezogenen Fallpauschalen.

Jeder DRG wird eine mittlere Verweildauer zugeordnet, sodass Kliniken motiviert werden, ökonomisch zu arbeiten. Kann eine Klinik wirtschaftlicher arbeiten als in der DRG-Pauschale kalkuliert, kann sie einen Gewinn erzielen. Ökonomisch betrachtet liegt die Dauer eines Klinikaufenthalts idealerweise zwischen der unteren Grenzverweildauer und der mittleren Verweildauer.

Kliniken, die ihre Prozesse in Sachen Kosten ineffizient gestalten und notwendige Sanierungsmaßnahmen verpassen, sind mittelfristig nicht konkurrenzfähig. Das DRG-System zwingt Kliniken dazu, die Prozesse und die Belegungssituation ihrer Betten zu optimieren. Am Entlassungstag freiwerdende Betten sollten möglichst am selben Tag wieder belegt werden, um zusätzliche Fallzahlen zu generieren.

 

Der optimierte Entlassungsprozess von Patienten

Oft beschäftigen sich Kliniken zu spät mit der Entlassung der Patienten. So erfährt beispielsweise die Pflege zu spät von bevorstehenden Entlassungen und kann diese nicht vorbereiten – oder der Arztbrief verspätet sich. Die Folgen reichen von späten Entlassungszeiten am Entlassungstag bis hin zu längeren Verweildauern.

Ein strukturierter Entlassungsprozess über alle beteiligten Berufsgruppen hinweg macht das Verfahren transparenter und vereinfacht Abläufe. Grundvoraussetzung hierfür: Die Klinik beschäftigt sich bereits während der Aufnahme des Patienten mit dessen Entlassung. So stellt man anhand der DRG und deren mittlerer Verweildauer fest, wann der frühestmögliche Entlassungstag ist. Die vorbereitenden Tätigkeiten können anhand des prognostizierten Termins rückwärts geplant werden.

Beispielhaft zeigt die nachfolgende Grafik einige Tätigkeiten, die während eines Entlassungsprozesses anfallen – mit der Zuordnung zum entsprechenden Zeitfenster.

Ein strukturierter Entlassungsprozess verfolgt mehr als nur ökonomische Ziele: Die bereitgestellten Hilfsmittel machen die Informationen innerhalb und zwischen den einzelnen Berufsgruppen transparenter. Informationen sind rechtzeitig verfügbar, sodass die richtigen Dinge zur richtigen Zeit erledigt werden. Der Morgen des Entlassungstages ist weniger hektisch, da die Entlassung bereits vorbereitet ist.

 


Abb. 1: Beispielhafte Tätigkeit im Entlassungsprozess

Neben einem erleichterten Ablauf verfolgt ein strukturierter Entlassungsprozess auch ganz klar ein wirtschaftliches Ziel: die Belegoptimierung. Daher versuchen viele Kliniken, Patienten bereits vor 10 Uhr zu entlassen. Je besser die Entlassung vorbereitet ist, desto eher kann der Patient am Entlassungstag die Klinik verlassen. Und desto eher kann derselbe Bettenplatz an diesem Tag neu belegt werden.

Ein Klinikbeispiel zeigt: Durch einen strukturierten Ablauf kann man die Entlassungen bis 10 Uhr innerhalb weniger Monate um 86 Prozent steigern.

 


Abb. 2: Anteil Entlassung im Zeitablauf

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