Deutsche Umwelthilfe fordert „Blaues Ticket”

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veröffentlicht am 24. Juni 2019

 

​Um die Verkehrswende zu forcieren und die Klimaziele zu erreichen, hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) vorgeschlagen, ein bundesweites 365-Euro-Jahresticket auszurollen. Durch eine Vereinfachung des Tarifsystems soll der öffentliche Nahverkehr (ÖPNV) attraktiver werden und Hemmnisse für dessen Nutzung abgebaut werden. Zur Finanzierung des Vorhabens werden drei Möglichkeiten aufgezeigt.

 

Finanziert werden soll das Ganze überwiegend durch drei Säulen: die Einsparungen durch eine Abschaffung des Steuerprivilegs für klimaschädliche Dienstwagen sowie der Subventionierung des Diesel-Kraftstoffs und durch Bußgelder der Automobilindustrie. Letztere bemessen sich nach der Anzahl der verkauften Diesel-Pkws (5.000 Euro pro Fahrzeug) mit manipulierter Abgasreinigung.


Mit dem „Sofortprogramm Saubere Luft” hat die Bundesregierung bereits 2017 gemeinsam mit der Automobilindustrie einen Fördertopf zur Finanzierung von Maßnahmen für eine bessere Luft in Städten zur Verfügung gestellt. Damit wurden mittlerweile u. a. auch die 365-Euro-Jahrestickets in Bonn und Reutlingen finanziert.

 

Bewertung für die Praxis

Bei allem Anreiz, den günstige Preise und einfache Tarifstrukturen bieten, sollte in der Diskussion nicht vergessen werden, dass der Dreh- und Angelpunkt eines attraktiven ÖPNV dessen adäquates Angebot in Verbindung mit restriktiven Maßnahmen im motorisierten Individualverkehr ist. Dies legt zumindest eine kürzlich durchgeführte Studie nahe, in der die Erfolgsfaktoren für den sog. „Wiener Weg” analysiert wurden. Dieser Umstand führt vielerorts zur Notwendigkeit, die Infrastruktur weiter auszubauen und in mehr Verkehrsleistung zu investieren, um nicht etwa an Kapazitätsgrenzen zu stoßen.

 

Ähnlicher Auffassung scheint auch Susanne Henckel vom Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) zu sein. Ihrer Meinung nach ist die Entscheidung zwischen ÖPNV- und Pkw-Nutzung überwiegend von qualitativen Aspekten und weniger vom Fahrpreis abhängig. In den Ländern Berlin und Brandenburg werden derzeit die Rahmenbedingungen für ein 365-Euro-Jahresticket diskutiert. 


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