Umwandlung in eine Europäische Aktiengesellschaft: Chancen und Nutzen

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aktualisiert am 13. Januar 2021 | Lesedauer ca. 2 Minuten

 

Die Europäische Aktien­gesell­schaft ist eine an Vor­zügen reiche Gesell­schafts­form für inter­national (v.a. im europäischen Wirt­schafts­raum) wachsende, deutsche Unter­nehmen. Der nach­folgende Bei­trag gibt einen Über­blick über die Gestaltungs­möglich­keiten und Effekte.
 

 

Für nachhaltig wachsende Unternehmen stellt sich regelmäßig die Frage nach der optimalen Rechtsform. Ist ein solches Unternehmen bereits in anderen EU-Mitglied­staaten mit verbundenen Gesellschaften ansässig, dann kommt möglicherweise eine Umwandlung in eine Europäische Aktien­gesellschaft (Societas Europaea, kurz SE) in Betracht.


Gestaltungs­möglichkeiten bei der Corporate Governance

Neben der bekannten flexibleren mitbestimmungs­rechtlichen Gestaltungs­möglichkeit (etwa Arbeitnehmer­vertreter aus anderen EU-Mitgliedstaaten und damit Anpassung der Kontroll­gremien an einen globalisierten Geschäftsalltag) sind weitere wichtige Aspekte zu nennen. Der Wechsel in eine Europäische Aktien­gesellschaft eröffnet die Möglichkeit, statt der gewohnten dualistischen deutschen Leitungs­struktur aus Vorstand und Aufsichtsrat eine monistische Organisationsstruktur mit einem Verwaltungs­rat bzw. One-Tier Board als oberstem Leitungsorgan zu installieren, wie sie im angloamerikanischen Raum oder auch in der Schweiz üblich ist. Das ist gerade für traditionsreiche mittelständische Familien­unternehmen interessant. Denn so lassen sich bspw. die familien­angehörigen Inhaber stärker operativ einbinden.


Beschleunigung der Expansion und Kostenersparnis

Außerdem ermöglicht die Rechtsform der SE den Unternehmen mehr Handlungs­freiheiten und führt zu einem Beschleunigungs­effekt auf das Wachstum im europäischen Binnenmarkt, da Gründungen von Tochter­gesellschaften nach nationalen Rechtsvorschriften in anderen EU-Mitgliedstaaten aufgrund der bloßen Errichtung von Niederlassungen bei Expansions­prozessen entbehrlich werden. Das spart Zeit und Bera­tungs­kosten. Zudem minimiert sich der laufende Verwaltungsaufwand – etwa wenn nur noch ein Jahres­abschluss nach dem nationalen Recht des Unternehmens­sitzes zu erstellen ist.


Steigerung des Unternehmens­renommees

Als ebenfalls positiv zu bewertender Effekt einer Umwandlung der ohnehin bereits international aus­ge­richteten deutschen mittel­ständischen Unternehmen in eine europäische Herkunft ausdrückende, weltweit anerkannte Rechtsform, ist die zu erwartende Steigerung des Bekanntheitsgrads und des Renommees der Unternehmen am Markt und bei Geschäftspartnern.


Fazit

Die Umwandlung in eine Societas Europaea kann gerade für deutsche mittelständische Unternehmen eine interessante Möglichkeit sein, um die Mitbestimmungs­struktur im Familien­unternehmen zu erhalten, zugleich das „europäische Label” bei stetig zunehmender Vernetzung im europäischen Binnenmarkt zu nutzen und von geringeren Verwaltungs- und Expansionskosten zu profitieren.

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Mario Schulz, MA (Durham)

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