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veröffentlicht am 20. November 2020 | Lesedauer ca. 1 Minute

  

Aktualisiertes Tripartite Advisory zum Umgang mit überzähliger Arbeitskraft und verantwortungsbewussten Entlassungen

Am 17. Oktober 2020 veröffentlichte das Arbeitsministerium zusammen mit dem Nationalen Gewerkschaftskongress und dem Nationalen Arbeitgeberverband Singapurs eine aktualisierte Fassung des Tripartite Advisory für den Umgang mit überzähligen Arbeitskräften und verantwortungsbewusster Entlassung (im Folgenden "Advisory").

 

  

  

  
Wie in früheren Beratungen betont wurde, sollte der Personalabbau als letztes Mittel eines Unternehmens in der Krise betrachtet werden, und alle Unternehmen werden ausdrücklich ermutigt, ihren Personalbedarf langfristig zu planen. In Anhang A schlägt das Advisory vor, dass Unternehmer zunächst andere Sparmaßnahmen ergreifen, bevor sie eine Personalreduzierung in Erwägung ziehen, wie z.B. Anpassungen der Arbeitsvereinbarungen mit oder ohne Gehaltskürzungen, direkte Gehaltsanpassungen und unbezahlten Urlaub. Darüber hinaus hebt das Advisory die von der Regierung gewährte Unterstützung in Bezug auf Ausbildung und Umschulung hervor. Der aktualisierte Ratgeber soll Klarheit über die Auswahlkriterien bei einem Personalabbau schaffen:
   

Faire und objektive Kriterien für den Stellenabbau

Wenn Arbeitgeber sich gezwungen sehen, Personalabbaumaßnahmen in Erwägung zu ziehen , sollten sie objektive und faire Auswahlkriterien in Bezug auf die zu entlassenden Mitarbeiter anwenden. Der Personalabbau sollte ohne Diskriminierung aufgrund von Alter, Rasse, Geschlecht, Religion, Familienstand, familiärer Verantwortung oder Behinderung durchgeführt werden. Als Beispiel nennt der Rat eine ungerechte Behandlung älterer, wiedereingestellter oder schwangerer Arbeitnehmer.
  

Wahrung eines starken, singapurischen Kerns

Arbeitgeber sollten bei der Erwägung eines Personalabbaus langfristig denken und einen starken, singapurischen Kern in ihrer Belegschaft beibehalten. Das Advisory legt fest, dass ein Personalabbau nicht zu einer Verringerung des Anteils der lokalen Beschäftigten führen sollte. Im folgenden Absatz erwähnt das Advisory jedoch auch die Offenheit Singapurs für Ausländer und ermutigt die Unternehmen, den Wissenstransfer von ausländischen zu einheimischen Arbeitskräften zu ermöglichen.

Darüber hinaus wird in dem Advisory auf die Notwendigkeit eingegangen, die Mitarbeiter frühzeitig über einen Stellenabbau zu informieren, die Meldepflicht zu erfüllen und die Zahlung von Entschädigungsleistungen an die zu entlassenden Mitarbeiter zu erwägen.
  

Was bedeutet das für das Unternehmen?

Wann immer ein Unternehmen die Kündigung oder den Abbau von Personal in Erwägung zieht, sollten die genannten Ziele sorgfältig geprüft werden. Bei dem Advisory handelt es sich um eine Empfehlung, die jedoch von einem Gericht im Falle sich ergebender Streitigkeiten in Betracht gezogen werden könnte. Daher ist eine ordnungsgemäße Dokumentation als Nachweis der Einhaltung der geltenden rechtlichen Verpflichtungen (vertragliche und gesetzliche Anforderungen) und der Berücksichtigung der Empfehlungen des Advisory sehr wichtig. Arbeitgeber können sich an den Richtlinien orientieren, die unter Anhang B des Advisory herausgegeben werden. Die Einholung rechtlicher Beratung vor Personalabbau oder Kündigung ist wichtig. Dies gilt umso mehr, als die mangelnde Eindeutigkeit der neuen Kriterien in einem wirtschaftlichen Umfeld mit einer potenziell höheren Arbeitslosenquote zu mehr arbeitsrechtlichen Streitigkeiten führen könnte. 

Sie finden das Advisory hier »

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Dr. Paul Weingarten

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