Mehrwert des Financial Modeling bei Tarifverhandlungen

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Die objektive Quantifizierung von Verhandlungsergebnissen in einem Financial Model stellt komplexe Sachverhalte übersichtlich dar. Als neutrale Dritte können Unternehmensberater so helfen, Verhandlungs- und Schlichtungsprozesse zu strukturieren und durch die Fokussierung auf wesentliche Sachverhalte zu beschleunigen.
 
Tarifabschlüssen gehen oft langwierige und komplexe Verhandlungen sowie Schlichtungsprozesse voraus, die nicht selten länger als ein Jahr andauern. Sowohl Gewerkschaften als auch Unternehmen stehen unter Druck, eine Einigung zu finden.
 
Jedoch können sich Tarifpartner nicht immer innerhalb gesetzter Fristen einigen. Dann drohen Tarifverhandlungen zu scheitern – mit negativen Folgen für beide Seiten. Um diese Situation zu vermeiden, ziehen Tarifparteien unabhängige Schlichter hinzu, die (ggf. mit Hilfe von neutralen Unternehmensberatern und Mediatoren) eine unverbindliche Einigungsempfehlung erarbeiten.
 

Quantifizierung der Diskussionspunkte in einem Financial Model

Häufig beziehen sich Tarifverhandlungen auf geplante Umstrukturierungen eines Unternehmens, die aus Effizienzgründen Einsparungen im Bereich der Personalkosten vorsehen. Diskussionsbasis ist daher häufig eine modellhafte Abbildung von Einsparmaßnahmen, die die strategischen Ziele und die damit einhergehenden geplanten Umstrukturierungen quantifiziert. Naturgemäß stellt eine Gewerkschaft die Berechnungen des Unternehmens in Frage und steht den darin getroffenen Annahmen in Teilen skeptisch gegenüber.
 
Mit dem Ziel, ein für beide Tarifparteien zufriedenstellendes Ergebnis zu erreichen, kann es daher ratsam sein, zusätzlich zu einem Schlichter Unternehmensberater hinzuziehen, die als neutrale Dritte die Wirkung von kurz- und mittelfristigen Einsparmaßnahmen (z.B. Änderungen bei fixen und variablen Löhnen und Gehältern, Auslagerung von Pensionsverpflichtungen usw.) prüfen und mit beiden Parteien diskutieren. Ihr objektives Urteil kann einen wichtigen Beitrag zur Überbrückung verschiedener Sichtweisen und Interpretationen leisten. Die hierfür einschlägige Disziplin „Financial Modeling” bietet die Möglichkeit, unterschiedliche Verhandlungspositionen in Zahlen widerzuspiegeln.
 
Dabei werden vorhandene Rechenmodelle (in der Regel in MS-Excel) geprüft, nötigenfalls korrigiert, ergänzt und anschließend in ein einheitliches Financial Model überführt. Die in dem Excel-Modell abbildbaren Szenario- und Sensitivitätsanalysen ermöglichen es, das Diskussionsspektrum vollständig abzubilden. Durch die Quantifizierung von Problemstellungen hilft das Financial Modelling, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und damit die Diskussion der Themengebiete zu verkürzen, die eine geringere finanzielle Bedeutung haben als ggf. zuvor angenommen.

 
Financial Modeling als Unterstüzung für Verhandlungsführer und Schlichter

Auf Basis der durch das Financial Modeling ermöglichten Auswertungen können anschließend Verhandlungsrunden informiert, Vorschläge der Tarifparteien auf ökonomische Sinnhaftigkeit überprüft und Entscheidungsvorlagen für den Schlichter aufbereitet werden.
 
Ein Financial Model aus der Hand eines neutralen Dritten stärkt zudem das Vertrauen in die vorgelegten Zahlen für die Partei, die keinen originären Zugang zu den Finanzdaten und weiteren Informationen hat. Diese fachliche Unterstützung kann Verhandlungsführer und Schlichter entlasten.
 
Zusammenfassend bietet Financial Modeling bei Tarifauseinandersetzungen einen Mehrwert. Durch die Quantifizierung von komplexen Sachverhalten kann Financial Modeling damit zu besseren Erfolgschancen von Tarifverhandlungen beitragen.
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zuletzt aktualisiert am 22.07.2016 

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