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Erfolgreich investieren in Kroatien

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zuletzt aktualisiert am 19. Mai 2021 | Lesedauer ca. 3 Minuten


 

 

Wie schätzen Sie die derzeitige wirtschaftliche Lage in Kroatien ein?

Aufgrund der Folgen der Krise, die durch eine Covid-19-Pandemie verursacht wurde, verzeichnete die kroatische Wirtschaft im Jahr 2020 einen Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität um 8,4 Prozent. Die Prognosen der kroatischen Regierung und der Wirtschaftsexperten sind jedoch optimistisch und es wird eine schnelle Rückkehr zu den Erfolgspfaden der vergangenen Jahre erwartet. Es soll daran erinnert werden, dass Kroatien ein kontinuierliches Wirtschaftswachstum hatte, bei dem eine BIP-Wachstumsrate von ca. 2,7 Prozent im Jahr 2018 und 2,9 Prozent im Jahr 2019 verzeichnet wurde.

Darüber hinaus verstärkten die außergewöhnlichen Umstände, die die ganze Welt heimsuchten, das Engagement der kroatischen Regierung, günstige Rahmenbedingungen und ein positives Umfeld für ausländische Direktinvestitionen zu schaffen, mit der Strategie für einen Aufschwung, die v.a. auf die Digitalisierung mit einem grünen Plan setzt.

Wie würden Sie das Investitionsklima in Kroatien beschreiben? Welche Branchen bergen großes Potenzial?

Die Republik Kroatien hat ein großes Investitionspotenzial. Schlüsselsektoren sind: Autoindustrie, IKT-Sektor, Pharmaindustrie, Lebensmittelindustrie, Metallindustrie, Energiesektor und Tourismus. Das ist v.a. auf die geografische Lage Kroatiens in Südosteuropa zurückzuführen. Der Zugang zur Adria entlang der langen Küstenlinie, ein sehr gut ausgebautes Autobahn- und Schienennetz sowie gute Flugverbindungen bieten potenziellen Investoren die Möglichkeit, einerseits an der Küste in die Tourismusbranche zu investieren und andererseits im Landesinneren Produktionsstätten zu errichten. Das allseits beliebte Thema der Erneuerbaren Energien ist noch lange nicht ausgereizt und für Unternehmer, die über Expertise in dem Bereich verfügen, sicherlich interessant.

Die nordwestliche Region des Landes bietet die größten Wettbewerbsvorteile, da sich in der Region die Hauptstadt Zagreb – das wirtschaftliche Zentrum Kroatiens – befindet. Weitere zwei relevante Regionen sind Zentral- und Ostkroatien sowie die Adriaküste. Der zentral-östliche Teil bietet gute Investitionsmöglichkeiten für die Landwirtschaft und die Küstenregion – besonders für den Tourismus.
 
Weitere Faktoren, die ausländische Investoren anziehen, sind natürliche Ressourcen, gut entwickelte Finanzdienstleistungen und eine hochwertige Telekommunikationsinfrastruktur. Außerdem hat Kroatien attraktive Steueranreize, Doppelbesteuerungsabkommen mit vielen Ländern und ist Teil des einheitlichen Zollgebiets der EU.

Welchen Herausforderungen steht ein deutscher Unternehmer beim Engagement in Kroatien gegenüber?

Das bürokratische System ist die Hürde, mit der Unternehmen in Kroatien konfrontiert werden. Die größten Herausforderungen für einen deutschen Unternehmer, der sich in Kroatien geschäftlich betätigen will, sind daher die Bürokratie und der besonders ausgeprägte Formalismus. Je nach Tätigkeitsbereich des Unternehmers ist es notwendig, verschiedene Genehmigungen, Erlaubnisse und Zustimmungen einzuholen, um ein Unternehmen in Kroatien zu betreiben. Dabei ist zu beachten, dass das Verfahren zur Ausstellung der genannten Dokumente oft länger dauert als erwartet. Die kroatischen Behörden und Gerichte sind oft mit den unmittelbar geltenden EU-Vorschriften konfrontiert, sodass ein deutscher Unternehmer, der sich auf die EU-Vorschriften berufen will, mehr Überzeugungsarbeit leisten muss, als das in einer vergleichbaren Situation in der Bundesrepublik Deutschland der Fall wäre.

Eine große positive Veränderung der letzten Jahre ist jedoch die erfolgreiche Digitalisierung des öffentlichen und privaten Sektors, die nun in der Lage ist, schnelle Informationen zu liefern, die für Investoren eine große Hilfe sein können.

Die kroatische Regierung bringt in einer 5. Runde der Steuerreform wesentliche Neuerungen auf den Weg, um Beschäftigung und Löhne zu steigern. Was bedeutet das für das Engagement in Kroatien?

Die Republik Kroatien ist für den Aufbau von Standorten für die IT-Industrie mehr als geeignet. Dank des sehr guten Bildungssystems in Kroatien können Unternehmer jedes Jahr aus einer großen Zahl hervorragend ausgebildeter Ingenieure und Spezialisten wählen. Kroatien war schon immer für Spitzenwissenschaftler bekannt; und die aktuelle Zeit bildet da keine Ausnahme. Viele von ihnen sind bereits in Europa und dem Rest der Welt bekannt. Es gibt auch jene hart arbeitenden, der Öffentlichkeit unbekannten IT-Experten, die während der Korona-Krise und nach dem Erdbeben in Zagreb eine Reihe von Sofortmaßnahmen ergriffen und damit anderen ermöglicht haben, schmerzfrei von zu Hause aus zu arbeiten. Außerdem fördert Kroatien ausländische Investitionen im IT-Sektor mit verschiedenen Anreizen für Investoren.

Gibt es lokale Unterschiede bei der Umsetzung der geltenden Gesetze? Wenn ja, wie wirkt sich dies auf Unternehmen aus?

Obwohl die geltenden Gesetze und Vorschriften in der gesamten Republik Kroatien gleich sind, gibt es Fälle, in denen die Umsetzung und Auslegung je nach Ort und Region unterschiedlich ist. Daher sollten auch die örtlichen Gegebenheiten nach Möglichkeit im Voraus geprüft werden, um unerwartete Situationen zu vermeiden. Wenn es Unterschiede gibt, zeigen sie sich v.a. darin, dass die Behörden unterschiedliche Anforderungen an die Gründung Ihres Unternehmens stellen, obwohl die Anforderungen in den Gesetzen oder in den Durchführungsbestimmungen festgelegt sind. Diesbezüglich ist es empfehlenswert, sich vorher von erfahrenen lokalen Spezialisten in Bereichen wie Recht und Steuern beraten zu lassen. Grundsätzlich ist jedoch anzumerken, dass die Unterschiede in der Umsetzung der geltenden Gesetze langsam an Bedeutung verlieren, was nicht nur für potenzielle Investoren eine gute Nachricht ist.

Wie wird sich Kroatien aus Ihrer Sicht weiterentwickeln?

Trotz der Krise ist das wirtschaftliche Potenzial Kroatiens nicht erschüttert worden. Der Zugang zu EU-Mitteln, d.h. aus dem sog. Mechanismus der „Recovery and Resilience Facility” (RRF) und die Umsetzung des „National Recovery and Resilience Plan” (NPOO), mit denen Kroatien in den nächsten fünf Jahren 6,3 Mrd. Euro an Zuschüssen und 3,6 Mird. Euro an zinsgünstigen Darlehen abrufen kann, ist eine große Chance für Investitionen im Privatsektor. Ein stimulierendes Investitionsumfeld wird nicht nur zum Wachstum der inländischen, sondern auch der ausländischen Investitionen führen.

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Radu-Dragos Dobrescu

Diplom-Kaufmann, MBA, Auditor, Tax Consultant, CPA (Rumänien)

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