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Erfolgreich investieren in Slowenien

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zuletzt aktualisiert am 27. Mai 2020 | Lesedauer ca. 3 Minuten


 

 

​​Wie schätzen Sie die derzeitige wirtschaftliche Lage in Slowenien ein?

Das Wachstum der slowenischen Wirtschaft schreitet zwar wie in den Vorjahren weiter voran, jedoch wird die Steigerung in Zukunft sehr gering ausfallen und teilweise sogar stagnieren. Die Steigerung ist von den Maßnahmen des Staates abhängig. Prognosen gehen von einer Zunahme des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,5 Prozent (2020) und 2 Prozent (2021) aus. Für die darauffolgenden Jahre ist auf Grundlage vorteilhafter und erfolgreicher staatlicher Eingriffe sowie der Stabilisation in Slowenien und der EU ebenfalls mit einem Wachstum zu rechnen. Es wird nach wie vor von starken Inlands- und Auslandsnachfrage mit steigenden Exporten getrieben.

Die Investitionen werden sich insbesondere im Jahr 2020 verringern, wobei für das Wachstum der Brutto­anlageinvestitionen ein Rückgang von 1 Prozent erwartet wird. In den Folgejahren ist eine rasante Steigerung solcher Investitionen zu erwarten: 2021 im Umfang von 4 Prozent  und 2022 von 6 Prozent. Besonders Investitionen in Ausrüstung sowie Nicht-Wohngebäude nehmen ab; solche in Wohngebäuden bleiben stabil.

Die Exporte nahmen im Jahresvergleich um 4,4 Prozent zu, wobei im Jahr 2020 eine geringere Steigerung vorgesehen ist – von etwa 2,4 Prozent. Auch die Importe stiegen im Jahresvergleich: und zwar um 4,2 Prozent;  2020 wird ebenfalls ein geringeres Wachstum erwartet, das auf 2,3 Prozent geschätzt wird. Der Großteil der Exporte und Importe geht in bzw. kommt von EU-Ländern, mit 73,7 Prozent des gesamten Exports bzw. 73 Prozent des gesamten Imports. Wichtigste Handelspartner Sloweniens sind Deutschland, Italien, Kroatien und Österreich.

Wie würden Sie das Investitionsklima in Slowenien beschreiben? Welche Branchen bergen großes Potenzial?

Kurzfristig ist das Investitionsklima mit gewisser Skepsis zu betrachten. Insbesondere  im Jahr 2020 werden die Investitionen u.a. aufgrund der Corona-Krise voraussichtlich zurückgehen. Eine Ausnahme stellen Investitionen in Wohngebäude dar, deren Wachstum weitervoranschreiten wird. In den Jahren darauf ist jedoch ein größeres Wachstum in Investitionen vorgesehen, das meist auf EU- und staatlichen Förderungen basiert, bzw. davon vorangetrieben wird.

Die Privatisierung von Staatsunternehmen geht erfolgreich weiter. Die DUTB (die Abwicklungsgesellschaft Sloweniens) veröffentlicht auf ihrer Internetseite regelmäßig eine aktuelle Liste der zu veräußernden Forderungen und Anteile. Das kann für ausländische Unternehmen eine gute Chance sein in Slowenien zu investieren.

Für Investoren wird eine Hochzahl geplanter Projekte angeboten. Der Schwerpunkt liegt dabei gezielt auf den Kernbranchen Hochbau, Tiefbau, Transportinfrastruktur, Maschinen- und Ausrüstungsbau sowie Umwelt und Energie – derzeit auch Medizin bzw. Forschung.

Großes Potenzial haben aktuell auch Wirtschaftszweige, die nicht gezielt den finalen Konsumenten ansprechen, da der private Verbrauch voraussichtlich stagnieren wird.

Welchen Herausforderungen steht ein deutscher Unternehmer beim Engagement in Slowenien gegenüber?

Die slowenischen Spezifika, die ein deutsches Unternehmen beachten sollte, sind hauptsächlich mit der kommunalen und städtischen Struktur verbunden.

Beim Kauf von staatlichen Anteilen sollte besonders auf die Verfahrensregeln geachtet werden. Zudem ist es essenziell, einen Einblick in die finanzielle Lage des möglichen Investments zu erhalten (Grundbuchsauszüge, Handelsregisterauszüge usw.). Es sollte auch in Betracht gezogen werden, dass sich die öffentlichen Verfahren in Slowenien oftmals um einige Zeit verzögern können (z.B. bei Baugenehmigungen usw.). Solche Besonder­heiten sollten mit eingeplant und im Voraus beachtet werden.

Weitere Ursachen für die Unzufriedenheit der Investoren resultieren aus der schlechten Zahlungsdisziplin, der mangelnden Transparenz öffentlicher Ausschreibungen und der niedrigen Effizienz der öffentlichen Verwal­tung. Alle diese Punkte haben sich aber in den letzten Jahren verbessert.

Welche Bedeutung hat Deutschland für die slowenische Wirtschaft?

Deutschland ist schon seit dem Jahr 2000 der wichtigste Handelspartner Sloweniens. Der Anteil des slowenischen Exports nach Deutschland betrug im Jahr 2019 18,9 Prozent des ganzen slowenischen Exports, wobei beim Import die Zahl 16,1 Prozent beträgt. Überwiegend importiert Slowenien andere Maschinen und Fahrzeuge sowie deren Teile aus Deutschland, aber auch elektrische Maschinen und deren Teile. Die slowenischen Hauptexportprodukte sind hingegen Fahrzeuge, Pharmazeutika, elektrische Maschinen und Ausrüstung.

Die wichtigsten Bundesland-Partner sind: Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfallen, Niedersachsen und Hessen.

Wie wird sich aus Ihrer Sicht Slowenien weiterentwickeln?

Aus unserer Sicht hat Slowenien ein hohes Potenzial, das grundsätzlich aus einer guten und zentralen Lage in Europa, aber auch aus den Bemühungen der Regierung, moderne Reformen durchzusetzen, entgeht. Zwar sind die wirtschaftlichen Prognosen kurzfristig gesehen bescheiden, mittel- und langfristig aber positiv anzusehen: Für das Jahr 2019 gab es in Slowenien ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von etwa 2,4 Prozent. Für 2020 ist ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 1,5 Prozent zu erwarten, das aber in den folgenden Jahren stets 2 Prozent überschreiten sollte.

Kontakt

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Radu-Dragos Dobrescu

Diplom-Kaufmann, MBA, Auditor, Tax Consultant, CPA (Rumänien)

Partner, Niederlassungsleiter

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