Die optimale Vorbereitung des Veräußerungsprozesses von deutschen Familienunternehmen bei M&A Transaktionen

zuletzt aktualisiert am 12. Juli 2019 | Lesedauer ca. 2 Minuten

 

Die Übertragung des Familienunternehmens an externe Dritte bietet sich vielfach an, wenn kein Familienmitglied das Unternehmen fortführen kann oder möchte. Dabei stellt sich für die Gesellschafter häufig die Frage, wie sie sich bestmöglich auf den Veräußerungsprozess vorbereiten können.
 

 

Die aktuelle dynamische wirtschaftliche Entwicklung bietet ein vielversprechendes Umfeld für die Veräußerung eines Unternehmens. Im Zuge dessen empfiehlt es sich für Familienunternehmen, den Prozess von Beginn bis zur Vollendung gut zu planen, um eine in jeder Hinsicht erfolgreiche Übertragung zu gewährleisten.

 

Der Verkauf des Unternehmens ist ein komplexer Vorgang. Er wird beeinflusst durch diverse Aspekte rechtlicher, steuerlicher und wirtschaftlicher Natur. In Anbetracht dessen empfiehlt es sich, den Veräußerungsprozess im Vorfeld bestmöglich vorzubereiten. Die Familienunternehmer sollten mit ihren Beratern eine Veräußerungsstrategie festlegen und die Transaktion strukturieren.

 

Die Verkäufer Due Diligence (sogenannte Vendor DD) gewinnt dabei in jüngerer Vergangenheit immer mehr an Bedeutung als ein sinnvoller Baustein zur Vorbereitung des Veräußerungsprozesses. Dabei prüft der Verkäufer die in seinem Unternehmen bestehenden rechtlichen, steuerlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse und nimmt eine Bestandsaufnahme vor. Auf Basis der festgestellten Ergebnisse und ggf. bestehender rechtlicher, steuerlicher und wirtschaftlicher Risiken ist der Veräußerer in der Lage, eine Vorstellung über den Wert seines Unternehmens und den von ihm gewünschten Kaufpreis zu gewinnen. Den objektiv wahren Unternehmenswert – und damit auch den „richtigen Kaufpreis” – gibt es nicht. Der Veräußerungserlös ist stets das Ergebnis der Vertragsverhandlungen zwischen dem Veräußerer und dem Erwerber. Um gleichwohl im Vorfeld eine gewisse Vorstellung über eine mögliche Bandbreite des erzielbaren Veräußerungserlöses zu erhalten, lässt der Veräußerer häufig eine Unternehmensbewertung durch externe Fachleute durchführen. Er gewinnt so auf Basis anerkannter Bewertungsmethoden eine Bandbreite realistischer Veräußerungserlöse.

 

In der Vorbereitungsphase sollte der Verkäufer zudem mit dem Kaufinteressenten eine Vertraulichkeitsvereinbarung abschließen. Für die veräußernden Gesellschafter des Familienunternehmens ist das wichtig, da der Interessent im Rahmen des Prozesses umfangreiche Informationen über das zu erwerbende Unternehmen erhält. Deshalb muss er sich dazu verpflichten, die erlangten vertraulichen Informationen und Erkenntnisse ausschließlich zum Zwecke der Prüfung des Erwerbs zu verwenden und sonstigen Gebrauch zu unterlassen.

 

Mit dem Abschluss einer Vertraulichkeitsvereinbarung (Non Disclosure Agreement) schließt der Veräußerer mit dem Erwerber regelmäßig eine weitere Vereinbarung in Form einer sogenannten Absichtserklärung (Letter of Intent) ab. In dieser Vereinbarung regeln der Veräußerer und der Erwerber die wesentlichen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen (z.B. Kaufpreis bzw. Kaufpreisbandbreite, Gewinnberechtigung), bestimmte rechtliche Parameter und den angedachten Zeitplan des bevorstehenden Unternehmensverkaufs. Vielfach handelt es sich bei den in der Vereinbarung niedergelegten Punkten um reine Absichtserklärungen und nicht um rechtlich durchsetzbare Regelungen. Die Absichtserklärung hat gleichwohl eine starke psychologische Bedeutung. Die Parteien werden nur aus schwerwiegenden Gründen von den verankerten Eckpunkten abweichen.

 

Nach dem Abschluss der Vorbereitungshandlungen folgt die Due Diligence durch den Erwerber. Damit können die Vertragsverhandlungen beginnen, die dann im Idealfall mit dem Abschluss und dem Vollzug des Unternehmensverkaufs enden.

 

Fazit

Für die erfolgreiche Veräußerung eines deutschen Familienunternehmens ist eine sorgfältige Vorbereitung erforderlich. Der Unternehmensverkauf wird beeinflusst durch zahlreiche rechtliche, steuerliche und betriebswirtschaftliche Parameter. Deshalb sollten die Familienunternehmer mit ihren Beratern eine Veräußerungsstrategie und die Transaktionsstruktur festlegen. Hierfür stehen dem veräußerungswilligen Gesellschafter eine Reihe von Instrumenten zur Verfügung, die ein rechtlich, steuerlich und wirtschaftlich optimales Ergebnis sicherstellen können.
  
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