Coronavirus: Auswirkungen auf die Liquidität von Unternehmen

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veröffentlicht am 12. März 2020 | Lesedauer: ca. 2 Minuten


Die globale Ausbreitung des Coronavirus scheint unaufhaltsam voranzuschreiten. Das Virus macht auch nicht vor dem Risikomanagement von Unternehmen halt. Aufgrund der höheren Gewalt hat stets eine Beurteilung der Vertragspartner zu erfolgen. Im Rahmen der Finanzplanung ist es ganz entscheidend, dass alle mit Corona verbundenen Risiken miteinbezogen werden und eine möglichst realistische Planung der Liquidität erfolgt.

 


Bei einer Liquiditätsplanung ist ebenfalls zu beurteilen, ob eine Zahlungsunfähigkeit (§ 17 InsO) oder drohende Zahlungsunfähigkeit (§ 18 InsO) vorliegt und somit ein Eröffnungsantrag auf Insolvenz gestellt werden muss.

Zahlungsunfähigkeit liegt vor, wenn der Schuldner nicht in der Lage ist, die fälligen Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen (§ 17 Abs. 2 InsO). Nach der Rechtsprechung liegt demnach regelmäßig Zahlungsunfähigkeit vor, wenn der Schuldner 10 Prozent oder mehr seiner Gesamtverbindlichkeiten länger als 3 Wochen nicht erfüllen kann. Für die Feststellung der Zahlungsunfähigkeit ist zunächst der Liquiditätsstatus mittels einer Liquiditätsplanung festzustellen. Durch die kurzfristige 13-Wochen Liquiditätsplanung wird der voraussichtliche Liquiditätsbestand ermittelt. Hierbei werden sämtlich zu erwartende Einzahlungen und Auszahlungen innerhalb einer festgelegten Planungsperiode gegenübergestellt.

Die Schwierigkeit bzgl. der kurzfristigen 13-Wochen Planung liegt darin, dass die Auswirkungen des Corona­virus nicht vorhersehbar und schwer quantifizierbar sind. Je nach Branche und Geschäftsmodell zeichnen sich unterschiedliche Auswirkungen ab. Der Industrie könnten bald wichtige Rohstoffe und Bauteile für die Produktion ausgehen, da der Nachschub aus China stockt. Messebauer verzeichnen Umsatzeinbrüche, da aufgrund von abgesagten Veranstaltungen und Messen die Aufträge zurück genommen oder verschoben wurden. Vorher fest eingeplante Zahlungseingänge in der Finanzplanung können infolgedessen ausbleiben und die Liquidität gefährden. Als kritisch ist ebenfalls der Zeitaspekt zu betrachten. Niemand kann aktuell vorhersehen, wann und ob sich die Situation wieder entspannen wird. Das macht eine Liquiditätsplanung und ob die zugrunde gelegten Annahmen eintreten werden oder nicht sehr unsicher.

Ist die Liquiditätslage eines Unternehmens als eher kritisch einzustufen, kann es in Anbetracht der aktuellen Lage bzgl. des Coronavirus ratsam sein, einen Eröffnungsantrag auf Insolvenz zu stellen bzw. ein vorgelagertes Gutachten einzuholen, um insbesondere die persönliche Haftung der Geschäftsführer zu vermeiden. Für den Antragsteller bestehen Möglichkeiten, den Antrag wieder zurückzunehmen. Gem. § 13 Abs. 2 InsO kann der Antrag zurückgenommen werden, bis das Insolvenzverfahren eröffnet oder der Antrag rechtskräftig abgewiesen ist. Weiterhin kann der Antrag bei Wegfall der Insolvenzgründe nach § 212 S. 1 InsO wieder zurückgenommen werden, wenn gewährleistet ist, dass nach der Einstellung bei dem Unternehmer weder Zahlungsunfähigkeit, drohende Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung vorliegt.

Die Bundesrepublik Deutschland verfügt über Instrumente, die die Unternehmen vor den Auswirkungen der Coronakrise schützen sollen. Unter bestimmten Voraussetzungen stehen Förderinstrumente für Unternehmen bereit, insbesondere Liquiditätshilfen und das Kurzarbeitergeld. Von der Regierung wurden bereits Vorkehr­ungen getroffen, um die Beantragung von Kurzarbeitergeld deutlich zu vereinfachen. So sollen Betriebe das Kurzarbeitergeld schon nutzen können, wenn nur 10 Prozent der Beschäftigten vom Arbeitsausfall betroffen sind, anstatt wie bisher mindestens ein Drittel. Die Arbeitgeber sollen in Zukunft auch die Sozial­beiträge für die ausgefallenen Arbeitsstunden voll erstattet bekommen.


Die Regierung hat bereits angekündigt, besonders von der Coronakrise betroffene Unternehmen finanziell unterstützen und entsprechende Liquiditätshilfen auf den Weg bringen zu wollen (Spanien: finanzielle Unterstützung/Liquiditätshilfen).


Ebenfalls können auch noch vermeintlich einfache Punkte wie die zeitnahe Erstattung von Vorsteuer-Beiträgen sowie die Anpassung von Steuervorauszahlungen (quartalsweise) miteinbezogen werden. Die finanziellen Unterstützungen können in die Liquiditätsplanung miteinbezogen werden und die finanzielle Lage somit entspannen.

Wirtschaftskrisen in Unternehmen sind nichts neues und kommen seit jeher vor. Auch wenn die Auswirkungen auf die Wirtschaft noch nicht absehbar sind, gilt es in jedem Fall ruhig zu bleiben und seine Rechte und Pflichten in der Krise zu kennen.

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