Brasilien: Wichtiger Partner für die deutsche Wirtschaft

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veröffentlicht am 9. Oktober 2018
 

Thomas Timm kommentiert
  

Für Deutschland ist Brasilien traditionell der wichtigste Wirtschaftspartner in Südamerika. Deutsche Unternehmen haben mit ihrem jahrzehntelangen Engagement maßgeblich dazu beigetragen, dass die größte Volkswirtschaft des Kontinents über eine sehr breit aufgestellte Industriestruktur verfügt. Mit seinen fast 210 Mio. Konsumenten und seinem Rohstoffreichtum ist Brasilien für deutsche Unternehmen sowohl als Absatzmarkt als auch als Produktionsstandort äußerst attraktiv. Insgesamt sind über 1.400 Firmen aus Deutschland mit einer eigenen Niederlassung im Land vertreten, die rund 10 Prozent des industriellen Bruttoinlandsprodukts erwirtschaften und über 250.000 Mit­arbeiter beschäftigen. Deutschland ist damit einer der wichtigsten ausländischen Investoren in Brasilien.
   

 

 Thomas Timm

Nach dem Studium der Be­triebs­wirtschaftslehre und Rechtswissenschaften an der Universität Hamburg war Thomas Timm wissenschaft­licher Angestellter am Institut für Betriebswirtschaft und Marktforschung der Bundes­an­stalt für Milchforschung in Kiel. Während dieser Zeit ver­brach­te er einen 6-monatigen Forschungsaufenthalt in Nord­amerika. Im Jahr 1997 wurde Thomas Timm stellver­tre­ten­der Geschäftsführer der Deutsch-Brasilianischen Industrie- und Handels­kammer São Paulo; seit 2004 ist er Hauptgeschäftsführer der AHK São Paulo.

 

Trotz der derzeit nicht einfachen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingen interessieren sich weiterhin speziell kleine und mittlere deutsche Unternehmen für den Markt. Die Deutsch-Brasilianische Industrie- und Handelskammer São Paulo (AHK São Paulo) mit ihren über 80 Mitarbeitern unterstützt diese Firmen bei ihrem Markteintritt. Unsere Dienstleistungen umfassen u.a. Markteintrittsinformationen, gezielte Geschäfts­partner­suche, Firmenvertretung vor Ort und Rechtsberatung. Dabei arbeiten wir eng mit unseren Mitglieds­unter­nehmen und Fachspezialisten zusammen, zu denen auch Rödl & Partner gehört. Der neue Firmensitz der brasilianischen Niederlassung von Rödl & Partner gegenüber der Kammergeschäftsstelle verdeutlicht die enge Partnerschaft mit der AHK São Paulo, die künftig noch weiter ausgebaut werden soll.
 
Gerade in schwierigen Zeiten suchen viele der 800 Mitgliedsunternehmen über die Kammer aktuelle Steuer-, Rechts- und Marktinformationen. Die AHK São Paulo als bedeutendste deutsch-brasilianische Wirtschafts­platt­form bietet dazu eine Vielzahl von Arbeitsgruppen, Veranstaltungen und Spezialveröffentlichungen an. Sie fungiert auch als wichtiges Sprachrohr für die Interessenvertretung der deutschen Wirtschaft in Brasilien. Regelmäßig werden die wichtigsten Mitgliederinteressen erhoben und in bilaterale Regierungsgespräche eingebracht. Das geschieht u.a. über eine alle 6 Monate durchgeführten „Deutsch-Brasilianische Konjunkturumfrage”.  
  
Die Ergebnisse der Juni-Umfrage zeigen, dass die deutsche Wirtschaft weiter vom großen Potenzial Brasiliens überzeugt ist. Fast 60 Prozent der in Brasilien befragten deutschen Unternehmen erwarten, dass der Anteil des Brasiliengeschäfts am globalen Umsatz ihres Konzernes in den kommenden 5 Jahren steigen wird. Ver­besserungs­bedarf sehen sie im brasilianischen Steuersystem, in der öffentlichen Haushaltslage und Verkehrsinfrastruktur. Von dem im Oktober gewählten neuen Präsidenten erwarten die Firmenverantwortlichen eine umfangreiche Reformpolitik in den Bereichen Rente, politisches System, Arbeitsmarkt und Bildung. Letzter Punkt ist für die Firmenverantwortlichen auch deshalb wichtig, da das Thema Industrie 4.0 zunehmend in Brasilien an Bedeutung gewinnt. Immerhin 36 Prozent der Befragten geben an, bereits Industrie 4.0 Anwendungen bei sich im Unternehmen eingeführt zu haben. Vom Wahlausgang hängen ebenfalls viele Investitionsentscheidungen ab. Immerhin 30 Prozent machen die Entscheidung, ob geplante Investitionen auch tatsächlich umgesetzt werden, davon abhängig, wer ab dem 1. Januar 2019 das Land regieren wird. Zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit schlagen die Firmenvertreter folgende Punkte vor:
  • Gründung einer aus Regierungs- und Unternehmensvertretern bestehenden Arbeitsgruppe zum Thema Industrie 4.0;
  • Abschluss des EU-MERCOSUR-Freihandelsabkommens;
  • Verabschiedung eines deutsch-brasilianischen Doppelbesteuerungsabkommens;
  • schnellere Bearbeitung von Patentanträgen bzw. Sicherstellung des Patentschutzes;
  • bilaterale Abstimmung bei der Einführung von Normen und technischen Standards bei neuen brasilianischen Infrastrukturprojekten;
  • brasilienweite Einführung des deutschen Modells der „Dualen Berufsausbildung”.
     

Bei Brasilien und Deutschland handelt es sich um Partner, die traditionell eng und zuverlässig zusammen­arbeiten. Die Aufgabe der AHK São Paulo und ihrer Mitgliedsunternehmen ist es, die wirtschaftliche Kooperation zwischen den beiden Ländern stetig weiterzuentwickeln. Davon profitieren auch die deutschen Unternehmen, die erst noch den Markteintritt in Brasilien planen. Ihnen stehen wir selbstverständlich als erster Ansprech­partner zur Verfügung.
 

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