Verrechnungspreis­dokumen­tation in China: Neue Herausforderungen auf dem Weg!

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veröffentlicht am 31. Mai 2020 | Lesedauer ca. 2 Minuten
 
Bis vor Kurzem war nicht klar, ob auf Grund der Corona-Pandemie die Abgabe der Verrechnungspreis­dokumentation geändert bzw. verschoben wird. Doch nun steht fest, dass viele chinesische lokale Steuerbehörden die Fertigstellung der Lokalen Datei zum 30. Juni 2020 angekündigt haben.
 
Im Vergleich zur BEPS-Aktion 13 ist zu beachten, dass für die Lokale Datei sowie Stammdatei zusätzliche Informationen in China erforderlich sind. Die Informationslücke zwischen der Gruppen-Dokumentationsvorlage und den chinesischen Dokumentationsanforderungen müssen Unternehmen identifizieren und entsprechend weitere Informationen zur Schließung der Lücke vorbereiten. Rechtzeitige Verhandlungen werden daher für alle chinesischen Tochtergesellschaften von multinationalen Gruppen empfohlen. Allerdings könnte der Informationsaustausch mit dem ausländischen Headquarter aufgrund der Pandemie mehr Zeit in Anspruch nehmen. Unternehmen sind daher angehalten, im Vergleich zu den vergangenen Jahren, den Informationsaustausch früher zu beginnen, um sicherzustellen, dass die Informationen rechtzeitig zusammengestellt werden können.
 
Ein weiteres Schlüsselthema, das in diesem Jahr bei der Vorbereitung der Lokalen Datei beachtet werden muss, sind die zunehmenden Herausforderungen seitens der Zollbehörde. Neben der verschärften Prüfung von Lizenzvereinbarungen, beginnen die Zollbehörden, sich auf die Prüfung der Angemessenheit der konzerninternen Verrechnungspreise für von ausländisch verbundenen Parteien importierte Waren zu konzentrieren. Immer mehr Unternehmen werden von der Zollbehörde aufgefordert, bei einer Zollprüfung auch die Lokale Datei zur Prüfung vorzulegen. In der Praxis wurden bereits Unternehmen von den Zollbehörden aufgefordert, die Verrechnungspreise für Transaktionen mit verbundenen Parteien entsprechend der Interquartilspanne der Gewinnspanne anzupassen, die von vergleichbaren Unternehmen auf Grundlage der Benchmark-Studie in der Lokalen Datei erzielt wurde.
 
Es wird daher immer wichtiger, bei der Vorbereitung der Lokalen Datei auch die möglichen Zollrisiken zu berücksichtigen, z.B. mit Hilfe einer zusätzlichen Analyse der Bruttomarge oder der Anpassung des Funktions- und Risikoprofils des chinesischen Unternehmens, um festgestellte Abweichung der Gewinnspanne zu stützen.
 
Die Auswirkungen der Corona-Pandemie werden Unternehmen im nächsten Jahr bei der Vorbereitung der VP-Dokumentation vor weitere Herausforderungen stellen, da viele Unternehmen im Jahr 2020 erhebliche Profitabilitätsschwankungen oder sogar Verluste aufweisen werden. Insbesondere für chinesische Tochtergesellschaften, die Routinefunktionen ausüben, ist nächstes Jahr zu prüfen, wie Verluste, die von der Tochter- und Muttergesellschaft getragen werden, unterschieden oder quantifiziert werden können. Dies gilt vor allem für Verluste aufgrund höherer Gewalt – also der unzureichenden Produktivität und schwachen Marktnachfrage als direkte Folge der Epidemie und Pandemie.
 
In diesem Fall wird Unternehmen empfohlen, bereits jetzt damit zu beginnen, die relevanten Informationen über die Sonderfaktoren, die die Verluste in diesem Jahr verursachen, zu sammeln und für die die Durchführung einer Sonderfaktoranalyse zu nutzen. Diese Analyse kann in der Lokalen Datei 2020 verwendet werden, um die Leistung der chinesischen Tochtergesellschaften zu rechtfertigen.

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