Glückliche/zufriedene Mitarbeiter – Die entscheidende Herausforderung für das Management und die Vorgesetzten

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veröffentlicht am 4. Dezember 2018
     

In den letzten Jahren hat sich auf Grundlage der interdisziplinären Glücks­forschung auch in der Managementlehre viel getan. Wir wissen recht viel darüber, was wir selbst für ein glücklich(er)es Leben tun und welche Voraus­setzungen Unternehmen (und die Politik) schaffen bzw. verbessern können. Bereits Anfang 2012 hat der Harvard Business Review das Thema „The Value of Happi­ness” (für die Unternehmen) als Schwerpunktthema aufgegriffen.

Prof. Dr. Karlheinz Ruckriegel kommentiert

Prof. Dr. Karlheinz Ruckriegel ist Professor für Volks­wirt­schafts­lehre an der Fakultät „Betriebs­wirtschaft” der TH Nürnberg. Er berät zahlreiche Unter­nehmen und Orga­ni­sa­tionen sowie die Politik darin, wie sie die Erkenntnisse der interdiszipli­nären Glücks­for­schung um­setzen können. Außerdem hält er Vorträge und gibt Work­shops zum Thema Glücks­forschung.

Foto: © Steffen Giersch, Dresden

 

Ende Oktober lag die Arbeitslosenquote in Deutschland mit 4,9 Prozent auf dem niedrigsten Wert seit der Wiedervereinigung. Darin spiegelt sich auch eine dramatische Fachkräfteknappheit. Demografisch bedingt wird sie in den nächsten Jahren noch zunehmen. Unternehmen, die nicht (auch) das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter im Auge haben, werden zunehmend das Nachsehen am Arbeitsmarkt haben. Oder, um mit Gorbatschow zu sprechen: „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.”

 

Was Glück ist (subjektives Wohlbefinden)

Subjektives Wohlbefinden hat 2 Ausprägungen, und zwar das „emotionale” (Verhältnis von positiven zu negativen Gefühlen im Tagesdurchschnitt) und das „kognitive” (Grad der Zufriedenheit mit dem Leben – Abwägung zwischen dem, was man will  –  Ziele, Wünsche, Erwartungen  –  und dem, was man hat). Es geht dabei um die subjektive Sichtweise des Einzelnen, d. h. wie sich aus seiner Sicht die Dinge anfühlen bzw. darstellen.
 
Eine glückliche Person erfreut sich häufig (leicht) positiver Gefühle und erfährt seltener negative Gefühle im Hier und Jetzt und sie ist mit ihrem Leben in hohem Maße zufrieden, verfolgt also für sich sinnvolle Lebensziele. Dauerhaftes Glück erfordert, dass wir den Weg genießen, der uns zu einem lohnenswerten Ziel führt. Es geht darum, dass wir uns wohlfühlen mit bzw. in unserem Leben. Dieses Gefühl ist weltweit für alle gleich.

Ansatzpunkte für Unternehmen

Wollen die Unternehmen das subjektive Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter steigern, so sollten sie sich am sog. „2-Säulen-Konzept” (Glücksstrategie zur Steigerung des subjektiven Wohlbefindens) orientieren.
 
Säule 1 befasst sich mit einer Sensibilisierung der Mitarbeiter. Es geht also darum, die i.d.R. wenig greifbaren Vorstellungen von Glück, von einem glücklichen und zufriedenen Leben im Lichte der Erkenntnisse der Glücks­forschung zu sortieren und zu vererden: Was ist Glück (Wohlbefinden)? Was bringt Glücklichsein? Was sind die Glücksfaktoren? Welche Bedeutung haben Arbeit und Geld? Welche konkreten Ansatzpunkte gibt es für den Einzelnen (Glücksaktivitäten)? Dahinter steht die Erkenntnis, dass der entscheidende Schlüssel für ein glückliches / zufriedenes Leben letztlich bei jedem selbst liegt.
 
In Säule 2 geht es darum, dass das Unternehmen kritisch hinterfragt, inwieweit die Voraussetzungen für Wohlbefinden im Unternehmen verbessert werden können und müssen. Hier geht es um die Art der Führung, die Art der Arbeitsplatzgestaltung und um eine lebbare Work-Life-Balance. Zentral ist die Art der Führung. Es geht um ethische und sozial kompetente Führung. Ethische Führung lässt sich auch mit der „Goldenen Regel” ausdrücken, wonach man andere so behandeln sollte, wie man selbst gerne von ihnen behandelt werden möchte.
 
Eine umfassende Darstellung finden Sie in der Veröffentlichung von Karlheinz Ruckriegel, Christian Ruckriegel und Eva-Regina Ruckriegel „Glückliche / zufriedene Mitarbeiter – eine in jeder Hinsicht „entscheidende” Herausforderung für Führung in Zeiten der Digitalisierung”. Erschienen in: Robert Mayr (DATEV) et al. (Hrsg.), „Digitalisierung im Spannungsfeld von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Recht”, Band 2, Berlin 2018.

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