Indien: Drastische Senkung der Unternehmenssteuern für neu gegründete Produktionsunternehmen

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veröffentlicht am 2. Oktober 2019 | Lesedauer ca. 2 Minuten

 

Am 20. September 2019 kündigte die indische Finanz­ministerin Niramala Sitharaman an, die Steuern auf Unternehmens­gewinne deutlich zu senken. Insbesondere neu gegründete Produktions­unternehmen profitieren. Der Schritt ist Teil der „Make-in-India"-Kam­pagne der indischen Regierung unter dem kürzlich in seinem Amt bestätigten Premier­minister Narendra Modi.

 

 

Indien gilt noch als ein Land mit hohen Steuersätzen. Indische Unter­nehmen zahlen eine Körper­schaftsteuer von effektiv ca. 35 Prozent (30 Prozent mit Zuschlägen und Solidarabgaben). Hinzu kommt eine Aus­schüttungs­­besteuerung von ca. 21 Prozent, die einen ausgeschütteten Nachsteuer­gewinn rechnerisch um weitere ca. 11 Prozent abschmelzen lässt. Ca. 46 Prozent beträgt so die Gesamtbelastung einer z.B. nach Deutschland gezahlten Dividende bis sie beim Empfänger ankommt und dort noch einmal der deutschen Steuer unterliegt.

 

Erleichterungen gab es in letzter Zeit in erster Linie für Produktions­unternehmen und kleinere Unternehmen. Bereits vor einiger Zeit senkte Indien die Steuersätze u.a. für Unternehmen mit Umsätzen von umgerechnet weniger als ca. 50 Mio. Euro auf effektiv ca. 29 Prozent. Gleichzeitig sank so die Gesamtbelastung des ausgeschütteten Gewinns auf ca. 41 Prozent.

 

Mit dem Ziel, weitere Produktions­kapazitäten nach Indien zu ziehen, kündigt Indien nun eine Senkung des Körperschaft­steuersatzes für neu gegründete Produktionsunternehmen auf dann effektiv nur noch ca. 17 Prozent an. Im internationalen Vergleich ist dieser Steuersatz als niedrig einzuordnen. Allerdings erhöht sich im Falle einer Gewinnrepatriierung die Gesamtbelastung durch die weiterhin in ihrer Höhe unverändert gel­tende Ausschüttungssteuer auf nun ca. 32 Prozent. Die Ausschüttungs­steuer gewinnt also im Vergleich zur Gewinn­steuer relativ an Gewicht. Von der Steuersenkung profitieren nach dem 1. Oktober 2019 gegründete Produk­tions­unternehmen. Für bestehende Unternehmen jeder Art und jeder Größe wird der Steuersatz auf effektiv ca. 22 Prozent gesenkt, mit einer Gesamtbelastung des ausgeschütteten Gewinns von dann ca. 38 Prozent

 

Die Ankündigung der Steuer­senkung wurde international positiv aufgenommen und sorgte für einen deutlichen Kurssprung des indischen Aktienindexes SENSEX.

 

Auch aus unserer Sicht sollten insb. Unternehmen, die ihre Gewinne nicht aus­schütten, sondern reinvestieren wollen, die Nachricht bei etwaigen Expansionspläne in Asien berücksichtigen.

 

Eine detaillierte Darstellung finden Sie hier »

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